Das klassische Bettlaken-Transparent

Was wird benötigt?

  • Ein schwarzes Bettlaken (diese sind in der Regel fester/dicker als weiße Bettlaken und nehmen Farbe besser auf; Schmutz ist auf ihnen weniger sichtbar und die Signalwirkung stärker)
  • Wasserfeste, gut deckende Stofffarbe (auch Stoffacrylfarbe genannt), Acrylfarben, Lacksprühfarbe oder Wandfarbe und Pinsel (Achtung, keinen Tierhaarpinsel kaufen!)
  • Haarspray
  • Ein Transpimotiv
  • Tafel
  • dicker, schwarzer Edding

Bei besonderen Techniken braucht ihr außerdem gegebenenfalls

  • 2 Besenstiele
  • Schnur
  • Nadel und Faden
  • Cuttermesser/Skalpell
  • dünne, feste Pappe und Kleber
  • Beamer / Tageslichtprojektor mit bedruckbarer Folie
  • Computer und Drucker

Der Stoff sollte etwas fester sein und natürlich nicht all zu teuer. Betttücher haben sich hier als recht geeignet erwiesen. Ihr könnt bei Krankenhäusern, Altenheimen usw. anfragen ob sie euch aussortiertes Bettzeug zur Verfügung stellen. (Oder schaut auf Flohmärkten, in Secondhand-Läden oder Läden der Arbeiterwohlfahrt) aber auch in verschiedenen Geschäften könnt ihr Bettlaken preisgünstig erstehen. Da habt ihr dann auch mehr Auswahl, was die Farbe betrifft. Auch Meterware aus Stoffgeschäften, Stoffabteilung von Kaufhäusern, IKEA etc. ist geeignet.

Die Farbe, die auf den Stoff kommt, sollte deckfähig, knick-, wasser- und witterungsbeständig sein. Hierfür geeignete und leicht erhältliche Farben sind Wandfarbe, Acrylfarben, Stofffarben (auch Stoffacrylfarben genannt) oder Lacksprühfarben. Ihr findet sie in Baumärkten, Bastelläden, Billigläden usw. Wandfarbe sollte gut mit Wasser verdünnt werden.

Schritt 1: Das Motiv

Überlegt euch einen kurzen, klaren Spruch, der sich auf einem Transpi angemessen wiedergeben lässt z.B. "Nationalen Sozialismus Erkämpfen", oder "Stoppt den Volkstod" usw. Wichtig ist dabei, dass das Transparent nicht überladen wird. Also passt die Spruchlänge der Stofffläche an (oder anders herum). Beachtet auch, dass euer Transpi nicht durch zu viel Text schwer leserlich wird. Auch Zeichnungen und Symbole können das Transparent optisch aufwerten. Bevor ihr weiter macht, solltet ihr euch ziemlich genau darüber im Klaren sein, wie euer Transparent am Ende aussehen soll. Am Besten ihr skizziert eure Vorstellungen erst einmal. Falls ihr mehrere Aktivisten seid, werden anhand von Skizzen oft erst die verschiedenen Vorstellungen deutlich und vergessen könnt ihr euer Motiv dadurch auch nicht (klingt lustig, kommt aber des öfteren vor).

Schritt 2: Vorbereitungen

Am Anfang muss der Stoff gut vorbereitet werden. Er sollte nicht all zu verknittert oder dreckig sein. Je sauberer und glatter (evtl. bügeln) ein Stoff ausgelegt ist, desto besser nimmt er die Farbe auf. Bei fabrikneuen Stoffen empfiehlt es sich, diese vorher zu waschen, da Stärke in den Fasern sein könnte, was die Farbe schlechter haften lässt. Also möglichst vorher ohne Weichspüler waschen und jegliche Falten rausbügeln. Den Stoff dann auf dem Boden oder besser auf einem großem Tisch ausbreiten. Im Optimalfall spannt ihr den Stoff etwas, indem ihr an den Enden zieht und ihn dann mit Schraubzwingen fixiert. Das muss aber nicht sein.

Unbedingt notwendig ist allerdings, genügend Zeitungspapier unterzulegen, ansonsten habt ihr das Transparent nachher als Durchschlag auf Tisch oder Boden.

Schritt 3: Motiv/Spruch vormalen

So jetzt kommt die Skizze wieder zum Einsatz. Nehmt die Kreide und malt zunächst (mit einem großen Lineal) sehr fein die Linien vor, auf die ihr später die Buchstaben zeichnen wollt. So vermeidet ihr schiefe Schrift. Malt danach die Buchstaben ebenfalls mit Kreide vor. So erkennt ihr, ob ihr die Größe der Buchstaben richtig eingeschätzt habt und ob irgendwo ein Rechtschreibfehler drinsteckt. Kreide lässt sich leicht ausklopfen, abbürsten oder mit einem befeuchteten Schwamm sofort abwischen. Um Transparente zu verschönern oder einfach leeren Platz zu füllen werden oft Bilder oder Symbole verwendet. Dazu aber später mehr.

Schritt 4: Farbauswahl und Buchstaben/Motiv malen

Überlegt euch spätestens jetzt, welche Worte ihr in welcher Farbe malen wollt. Wichtige Worte könnten z.B. die Signalfarben Rot oder Orange haben, Zwischenworte in Weiß. Im Optimalfall habt ihr das aber bereits mittels der Skizze geklärt. Nehmt euch kleine bis mittelgroße und starre Pinsel (ca. 1 cm breit), stell die Farbe auf einer Unterlage bereit und dann kannís losgehen. Beim Nachmalen entwickelt jeder Mensch mit der Zeit seine eigene Technik. Grundsätzlich gilt, ihr solltet eine Richtung einhalten, also beispielsweise in Leserichtung (von oben links nach unten rechts). Passt auf eure Hände auf und fasst nicht in die Farbe! Ansonsten ist alles erlaubt, was gut aussieht. Lasst die Farbe trocknen und malt gegebenenfalls noch 1-2 mal nach, bis die Farbe starke Deckkraft hat. Dann sorgfältig trocknen lassen. Kleinere Patzer könnt ihr bei schwarzem Stoff mit schwarzem Edding ausbessern, wellige Kanten korrigieren und Farbklekse verschwinden lassen. Einfach drübermalen wenn alles getrocknet ist.

Schritt 5: Farbe haltbar machen

Sprüht die aufgetragene und gut getrocknete Farbe mehrmals gründlich mit Haarspray ein. Achtet darauf, dass ihr die Dose nicht zu nah an die Schrift haltet und dass alles zwischen den Sprühgängen gut trocknet. Dadurch wird die Farbe gummiartig und reißt und bröckelt nicht.

Schritt 6: Ränder stärken

An den Außenkanten deines Transpis liegt der glatt abgeschnittene Stoff frei. Hier kann der Stoff unschön ausfransen oder einreißen. Da beides nicht sehr gut aussieht und die Lebensdauer des Transpis verkürzt, ist es sinnvoll die Ränder zu säumen. Mit Hand oder Nähmaschine, egal. Klappt den Soff an den Außenkanten ungefähr 1 cm um und fixiert ihn dort mit Steckadeln / Sicherheitsnadeln / Tape oder was sonst noch geeignet ist. Mit farblich zum Stoff passendem Faden näht ihr den Saum sauber auf den Stoff. Am Anfang und am Ende eurer Naht müsst ihr den Faden stabilisieren, damit die Naht nicht wieder aufgeht. Dazu näht ihr am Besten 2-3 mal vor und zurück. Dadurch könnt ihr den Faden leicht mit sich selbst verknoten. Mit einem 3-4 fachen Konten zum Schluss das Fadenende fixieren.

Schritt 7: Montage

Bei der Montage von Transparenten gibt es verschiedene Systeme. Größtenteils wird an diesem Punkt nicht mehr weiter gearbeitet und so wird das Transpi einfach am Stoff festgehalten, oder mit Tape an anderen Gegenständen befestigt. Praktischer und einfacher zu tragen ist das Transpi jedoch, wenn es mittels zweier Holzstangen stabilisiert wird. Durch 2 waagerechte am Stoff befestigte Besenstiele kann z.B. eine Einzelner Aktivist ein 2 Meter langes Transpi problemlos alleine halten. Spezielle Montagesysteme können also je nach Einsatzgebiet sinnvoll sein.

Wie bei Transpiart Nr. 1 wird nun das Bettlaken an die Besenstiele geknüpft. Vertikale Holzgriffe sorgen dafür, dass das Transparent relativ kräftesparend hochgehalten werden kann. Waagerechte Stangen sorgen dafür, dass weniger Träger benötigt werden und das Transparent gerader gehalten wird. Falls ihr Stangen einarbeiten wollt, stecht Löcher in den Stoff und verknüpft ihn mittels Packetschnur mit dem Besenstiel.

Noch perfekter und absolut stabil gelingt das Transpi, wenn du an den entsprechenden Seiten Tunnelhalterungen einnähst, d.h. den Rand so umnähst, dass ein Schlauch entsteht, in den eine Stange gesteckt werden kann. Das Transparent lässt sich dann problemlos einrollen und transportieren, ist leicht zu tragen und wirft kaum Falten. Wenn die Holzstangen herausgezogen sind, lassen sich Stofftransparente auf beachtlich kleinen Raum lagern und transportieren.

Schritt 8: ggf. Restauration

Wenn nach intensiven Gebrauch und Transport die Farbe spröde oder rissig wird, einfach die betroffenen Stellen noch einmal nachmalen, wieder mit Haarspray besprühen, fertig. Bei gerissenem Stoff könnt ihr versuchen, die Risse zu flicken. Aber bevor ihr ein total entstelltes Transpi verwendet, ist es wohl besser, ein neues zu malen.
Entscheiden müsst ihr das selbst.