Sechs Wege zur eigenen Weltnetzseite

Eine Weltnetzseite von Hand erstellen

Die ursprünglichste, aber nicht unbedingt einfachste Möglichkeit, eine Weltnetzseite zu erstellen ist, diese von Hand in HTML (Hypertext Markup Language) zu schreiben. HTML ist eine Auszeichnungssprache und bildet die Basis einer jeden Weltnetzseite. Die Erlernung ist nicht besonders schwierig und nicht mit der Erlernung einer Programmiersprache gleichzusetzen, benötigt aber dennoch etwas Zeit. Eine einfache HTML-Seite ist praktisch wartungsfrei und sehr sicher. Auf Grund der starren Struktur können nachträgliche Änderungen am Design bei einer Weltnetzseite mit mehreren Unterseiten aber relativ aufwändig sein. Die Erstellung einer reinen HTML-Seite ohne Zusatztechnologien ist daher nur zur Erstellung einer einfachen Webvisitenkarte mit wenigen oder besser ohne Unterseiten empfehlenswert.

Vorteile

  • Kein Wartungsaufwand
  • Hohe Sicherheit
  • Schnelle Ladezeit

Nachteile

  • Nachträgliche Anpassung des Designs ist aufwändig
  • Einarbeitungszeit

Eine Netzseite mit einem WYSIWYG-Editor erstellen

WYSIWYG ist ein Akronym für "What You See Is What You Get" und bedeutet übersetzt soviel wie: "Was du siehst, ist was du bekommst" und beschreibt ziemlich genau den Zweck von WYSIWYG-Editoren. Die Editoren ermöglichen die Erstellung von statischen Netzseiten ohne Kenntnisse von HTML und zeigen dem Benutzer schon bei der Erstellung an, wie die Netzseite später aussieht.

WYSIWYG-Editoren waren früher sehr beliebt, sind mittlerweile aber etwas aus der Mode gekommen und werden kaum noch eingesetzt. In Verruf geraten ist diese Gruppe der Editoren, da der Quelltext der generierten HTML-Seiten meist von schlechter Qualität ist. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass die Netzseite nicht in allen Netzbetrachtern korrekt dargestellt wird oder dass sie nur schlecht in den Suchmaschinen gelistet wird.

Vorteile

  • Geringe Einarbeitungszeit
  • Kein Wartungsaufwand
  • Schnelle Ladezeiten
  • Hohe Sicherheit

Nachteile

  • Meist schlechte Quelltextqualität
  • Teilweise Kompatibilitätsprobleme mit Netzbetrachter
  • Oftmals schlechte Listung in Suchmaschinen

Seitenstellung mit einem Content-Management-System

Content-Mangement-Systeme (CMS) ermöglichen die Erstellung und Verwaltung einer Netzseite über eine grafische Oberfläche und ganz ohne Programmierkenntnisse. Die Inhalte der Seite werden bei einem CMS meist in einer Datenbank gespeichert und die eigentliche Netzseite wird beim Aufruf dynamisch generiert.

Auf Grund der Einfachheit der Installation und Bedienung wird die Komplexität der darunterliegenden Systeme und der mit dem Betrieb verbundene Wartungsaufwand unterschätzt. Für den sicheren Betrieb muss ein CMS richtig konfiguriert werden und sollte immer aktuell gehalten werden. Ansonsten kann es passieren, dass unbefugte Dritte durch Sicherheitslücken die Netzseite übernehmen oder unbefugt manipulieren. Bei größeren Versionssprüngen ist auch oftmals tiefergehendes Wissen für die Aktualisierung notwendig.

Bekannt und weit verbreitet sind beispielsweise die Open-Source-CMS Joomla, Drupal sowie Wordpress. WordPress spielt seine Stärken vor allem bei der Erstellung von Blogs aus. Neben den frei verfügbaren Open-Source-CMS gibt es noch eine Vielzahl nichtöffentlicher Systeme, beispielsweise von Webdesign-Agenturen.

Vorteile

  • Einfache Verwaltung der Inhalte
  • Einfache Nachrüstung weiterer Funktionen

Nachteile

  • Hoher Wartungsaufwand
  • Sicherheit ist nur gegeben bei korrekter Konfiguration und Wartung
  • Einarbeitungszeit erforderlich
  • Langsame Ladezeiten
  • Hohe Anforderungen an Webspace

Die wartungsfreie Alternative: Static-Site-Generatoren

Static-Site-Generatoren sind in der Lage aus einer Designvorlage und einfachen Text-Dokumenten statische Weltnetzseiten zu generieren. Die Generierung erfolgt dabei nach jeder Änderung der Text-Dokumente. Durch diese Vorgehensweise kann man von den großen Vorteilen von statischen HTML-Seiten (Ladezeit, Sicherheit und Wartungsfreiheit) profitieren, ohne von den Nachteilen (z.B. Komplexität nachträglicher Design-Änderungen) eingeschränkt zu werden.

Der Einstieg in die Welt der Static-Site-Generatoren erfordert eine gewisse Einarbeitungszeit, sollte für weltnetzaffine Personen aber kein Problem darstellen. Die Einrichtung einer neuen Netzseite ist dabei einfacher als bei einem CMS, die Verwaltung dafür etwas schwieriger. Eine Schwäche der Static-Site-Generatoren sind dynamische Inhalte. Diese lassen sich zwar realisieren, erfordern teilweise aber die Benutzung eines Services eines Drittanbieters.

Die Gruppe der Static-Site-Generatoren erlebt momentan eine Renaissance. Static-Site-Generatoren eignen sich vor allem für kleinere und mittlere Projekte mit wenigen gleichberechtigten mit der Netzseitenbetreuung betrauten Personen als wartungsfreie Alternative zu einem CMS.

Vorteile

  • Schnelle Ladezeiten
  • Wartungsfrei
  • Hohe Sicherheit

Nachteile

  • Einarbeitungszeit erforderlich
  • Dynamische Inhalte sind aufwändig

Eine Netzseite (fast) ohne Eigenverantwortung: Homepagebaukästen

Ein weiterer Weg zur eigenen Weltnetzseite ist die Nutzung eines sogenannten Homepagebaukasten. Bei der Verwendung eines Homepagebaukasten muss sich nur um die Erstellung und Strukturierung der Inhalte der Netzseite gekümmert werden. Die Oberfläche zur Erstellung der NEtzseite und die Infrastruktur zum Betrieb wird vom Anbieter des Baukastens bereit gestellt.

Die Rundum-sorglos-Lösung der Homepagebaukästen ermöglicht einen einfachen Weg zur ersten eigenen Netzseite. Je nach Anforderungen werden einige Anwender jedoch früher oder später an die Grenzen des Systems stossen. Wenn dies passiert, muss über einen Umstieg auf eine flexiblere Alternative nachgedacht werden. Wichtig ist dann unter anderem, ob der Anbieter den Export der eigenen Inhalte in einem maschinenlesbaren Format erlaubt.

Homepagebaukästen bieten einen einfachen Einstieg in die Welt der Weltnetzseiten und sind eine gute Einstiegslösung zum schnellen und kostengünstigen Aufbau einer eigenen Netzseite. Da die Wartung eines Shop-Systems mit einem CMS sehr komplex ist und Static-Site-Generatoren nur bedingt für die Erstellung eines Shops geeignet sind, eignen sich Homepagebaukästen auch gut für Shop-Betreiber mit kleinem Budget.

Vorteile

  • Schneller Einstieg
  • Infrastruktur wird vom Anbieter bereitgestellt

Nachteile

  • Geringe Flexibilität
  • Daten oftmals nicht exportierbar

Hybrid-Lösung: Content-Management-System und Static-Site-Generator kombiniert

Bei einer Hybrid-Lösung aus CMS und Static-Site-Generator werden die Vorteile beider Systeme und Elemente aus den Homepagebaukästen kombiniert. Das Ziel einer Hybrid-Lösungen ist es, wartungsfreie Websites mit sehr hoher Flexibilität zu ermöglichen.

Der Kunde kann die Inhalte bei der Nutzung über ein zentrales CMS bequem verwalten. Aus den Inhalten werden dann statische Netzseiten generiert. Da nur das zentrale CMS gewartet werden muss, bleibt die Verantwortung dafür beim Anbieter. Dynamische Inhalte werden bei Hybrid-Lösungen, wie bei der Nutzung von Static-Site-Generatoren, über externe Schnittstellen realisiert.

Hybrid-Lösungen sind eine gute Alternative zu den oben vorgestellten Wegen, wenn eine in der Bedienung einfache und bequeme Lösung gesucht wird, aber nicht auf individuelle Beratung und Flexibilität verzichtet werden soll.

´

Vorteile

  • Schneller Einstieg
  • Schnelle Ladezeiten
  • Infrastruktur wird vom Anbieter bereitgestellt
  • Hohe Flexibilität

Nachteile

  • Daten nicht immer exportierbar
  • Dynamische Inhalte anbieterabhängig aufwändig