Hausdurchsuchungen nach Brandstiftungen in Neukölln

In Reaktion auf zwei mutmaßlich politisch motivierte Autobrände in Neukölln hat die Berliner Polizei Wohnungen durchsucht. Die Verdächtigen gehören der rechten Szene an. Vor dem Rathaus Neukölln protestierten mehrere hundert Menschen gegen rechte Gewalt.

Nach erneuten Brandstiftungen in Neukölln vor zwei Tagen haben in der Nacht zum Samstag Sonderermittler mehrere Berliner Wohnungen durchsucht. Bei den mutmaßlichen Anschlägen waren die Autos eines Linken-Politikers und eines Buchhändlers komplett ausgebrannt.

Wie die Berliner Polizei am Samstag mitteilte, waren Beamte in den Wohnungen von zwei Verdächtigen im Einsatz. Diese Maßnahmen habe ein Richter angeordnet.

Zuvor seien bereits am Freitagabend vier Durchsuchungsbeschlüsse in Neukölln vollsteckt worden, hieß es am Samstagmorgen. Dabei hätten sich die Ermittlungen gegen zwei namentlich bekannte Männer im Alter von 32 und 35 Jahren gerichtet. Diese seien der rechten Szene in Neukölln zuzuordnen. Bei den Durchsuchungen seien Laptops, Speicherkarten, eine Kamera, Handys sowie schriftliche Unterlagen beschlagnahmt worden. Die Polizei bezeichnete die Einsätze als Ermittlungserfolg.

Nach Darstellung der Sicherheitsbehörde waren insgesamt 60 Beamte beteiligt, neben Polizisten des Landeskriminalamtes auch Dienstkräfte der Polizeidirektion 5 und eine Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei. Nun werte man die Beweismittel aus.

Solidaritätskundgebung vor dem Rathaus Neukölln

Zudem fand am Samstagmittag vor dem Rathaus Neukölln eine Solidaritätskundgebung statt. Aufgerufen zu der Aktion unter dem Motto „Neukölln steht zusammen – Gegen rechte Gewalt und Intoleranz“ haben verschiedene Aktionsbündnisse, Parteien und Gewerkschaften.

Mehrere hundert Teilnehmer kamen zu der Kundgebung, darunter auch Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne), Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke).

In der Nacht zum Donnerstag waren in Britz und Rudow in der Karl-Elsasser-Straße und im Klettenweg zwei Fahrzeuge komplett ausgebrannt. Der polizeiliche Staatsschutz geht hier von Brandstiftung aus und hatte die weiteren Ermittlungen übernommen.

In den vergangenen Monaten hatte es in Neukölln immer wieder politisch motivierte Brandstiftungen durch – der Polizei zufolge – klar rechtsgerichtete Täter gegeben. Im Januar 2017 hatte die Polizei darum die Sonderkommission „RESIN – Rechtsextremistische Straftaten In Neukölln“ gebildet.

Original-Text von: rbb24.de
Übermittelt durch: Schriftleitung

 

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