Hessische Superpolizisten – Neue Spezialeinheit „BFE+“

Im beschaulichen Hünfeld baut die Bundespolizei derzeit eine Spezialeinheit auf. Die „BFE+“ soll die Anti-Terror-Truppe „GSG9“ unterstützen – die Superpolizisten könnten schon beim Hamburger G20-Gipfel im Juli zum Einsatz kommen.
Verletzte bergen, Einsatzorte sichern, Unbeteiligte schützen – die Polizisten der sogenannten „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten plus“ (BFE+) der Bundespolizei müssen weit mehr können als Streifenpolizisten: Sie sollen auch bei Terrorangriffen die Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei unterstützen.

Neue Spezialkräfte als Reaktion auf Terroranschläge

Sicherheitskräfte sehen sich in Folge von Terroranschlägen auch in Europa mit einem neuen Tätertyp konfrontiert. Islamistische Terroristen nehmen bei ihren Anschlägen nicht nur den Tod vieler Unschuldiger, sondern auch ihren eigenen in Kauf. Nach den Anschlägen von Paris vor zwei Jahren auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo beschloss die Bundesregierung deshalb die Aufstellung einer neuen Spezialtruppe – der BFE+.

Drei solcher 50 Mann starken Einheiten gibt es bisher im Bundesgebiet, nämlich in Blumberg (Brandenburg), Bayreuth (Bayern) und Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen). Eine weitere wird derzeit im osthessischen Hünfeld (Fulda) aufgebaut. Bis zum Sommer soll die Spezialausbildung der 50 Beamten durch die GSG 9 abgeschlossen sein.

Der GSG 9 den Rücken freihalten

Mit der neuen Truppe soll eine Lücke zwischen bisheriger Bundespolizei und GSG 9 geschlossen werden. „Die BFE+ ergänzt das Fähigkeitsspektrum der Bundespolizei“, sagt der Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, Gero von Vegesack.

Zwar könnte bestimmte Aufgaben wie die Fahndung nach Terrorverdächtigen prinzipiell auch die GSG 9 wahrnehmen. Diese Kräfte stünden dann aber nicht mehr zur direkten Terrorbekämpfung zur Verfügung. „Die GSG 9 ist für Zugriffsoperationen da“, so von Vegesack. Die BFE+ hält ihr gewissermaßen den Rücken frei.

Hünfelder Polizisten vor G20-Einsatz

Wenn am 7. und 8. Juli dieses Jahres in Hamburg der G20-Gipfel stattfindet, könnte die BFE+ aus Hünfeld dort eingesetzt werden. Zu dem Treffen werden die Spitzen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer erwartet, unter anderem der designierte US-Präsident Donald Trump sowie die Staatschefs Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Erdogan.

„Unsere Leute waren schon bei der OSZE-Konferenz im Dezember 2016 in Hamburg“, erklärt der Sprecher der Hünfelder Bundespolizeiabteilung, Jürgen Bohl. „Sie haben gute Ortskenntnisse und wissen, was los ist.“ Ihr Einsatz bei dem Treffen liege deshalb nahe.

Rekrutiert werden die Hünfelder BFE+-Beamten aus der dortigen BFE-Hundertschaft. „Diese Beamten sind für ihren bisherigen Auftrag schon gut ausgebildet“, betont Bohl. Die Kräfte der BFE+ bekommen es in ihren Einsätzen aber gegebenenfalls mit schwer bewaffneten Gegnern zu tun, die keine Rücksicht auf Verluste nehmen. „Das ist ein Hochrisikojob“.

Die Frauen und Männer, die sich für die Fortbildung interessieren, müssen deshalb besondere Fähigkeiten mitbringen. Neben körperlicher und mentaler Robustheit gehört dazu vor allem eine besondere Teamfähigkeit. Individualisten sind nicht gefragt. „Fehler führen schnell zu Verletzten oder Toten.“ „Das muss wie im Schlaf funktionieren“

Acht Wochen dauert die Sonderausbildung. Strategien und Taktiken werden dabei wieder und wieder geübt. „Die Abläufe müssen wie im Schlaf funktionieren“, sagt Bohl. Das gilt auch für den Umgang mit einem neuen Gewehrtyp, dazu kommt eine besondere Einsatzkleidung mit Spezialhelm und Schutzbrille.

Die BFE+-Kräfte bleiben Bestandteil der regulären BFE-Einheiten. Gibt es keine besonderen Gefahrenlagen, verrichten sie dort ihren ganz normalen Dienst. Dass sie sich dabei mit ihrem neuen Ausbildungsstand unterfordert fühlen könnten, fürchtet Bohl nicht. „Einen echten Terroreinsatz wünscht sich niemand.“

Original-Text von: hessenschau.de
Übermittelt durch: Schriftleitung

 

Deine Werbung auf s-f-n.org, mehr Infos »

Ein Kommentar für “Hessische Superpolizisten – Neue Spezialeinheit „BFE+“”

  1.  

    Wer immer noch glaubt, daß der „Terror“ einfach so passiert und nicht vollkommen konstruiert ist, sollte sich folgende Veröffentlichung und die dort erhältliche Broschüre gut durchlesen: https://logr.org/selbstschutz/terroranschlaege-unter-der-lupe. Wir bitten um rege Verbreitung der Broschüre!

    Es grüßt: Die Schriftleitung der SELBSTSCHUTZ-Aktivisten

Hinterlasse einen Kommentar