Razzia bei mutmaßlichen Mitgliedern der „Freien Kameradschaft Dresden“

Die Polizei hat Wohnungen von neun Dresdnern durchsucht. Sie sollen sich an den Krawallen in Heidenau beteiligt haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Sachsen hat erneut Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung Freie Kameradschaft Dresden (FKD) durchsuchen lassen. Von der Razzia am Dienstagmorgen waren diesmal neun Beschuldigte betroffen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Insgesamt stehen in diesem Verfahren zehn Männer im Alter von 24 bis 46 Jahren im Verdacht, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung in wechselnder Beteiligung Straftaten gegen Andersdenkende, Flüchtlinge und Polizisten verübt zu haben.

Schauplatz waren unter anderem eine Flüchtlingsunterkunft in Heidenau, wo es im August 2015 zwei Nächte lang zu schweren Ausschreitungen kam. Auch bei einem nächtlichen Überfall auf das alternative Wohnprojekt „Mangelwirtschaft“ in Übigau im Oktober sollen die Tatverdächtigen an der Seite von Mitgliedern der Gruppe Freital mitgewirkt haben.

„Wir bleiben dran und klären diese Geschichten auf“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein gegenüber der SZ. Noch immer identifizieren Ermittler des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTZA) des Landeskriminalamtes Sachsen mutmaßliche Mitglieder der FKD. Erst im Februar dieses Jahres hat die Generalstaatsanwaltschaft vier Männer aus Dresden wegen Unterstützung beziehungsweise Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Darunter ist auch der Inhaber einer Security-Firma, René H. (31), der seit Dezember 2017 in Untersuchungshaft sitzt. Am Dienstag wurde laut Klein kein Verdächtiger verhaftet. Die Beamten stellten lediglich Beweise sicher.

Nach SZ-Informationen befindet sich auch der 46-jährige ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete René Despang unter den Verdächtigen. Neben Rene H. soll auch der ehemalige Politiker im Juli 2015 an der Gründungsversammlung der FKD in einer Grunaer Kneipe teilgenommen haben. Sein Name fiel mehrfach in Prozessen gegen andere FKD-Mitglieder.

Original-Text von: sz-online.de
Übermittelt durch: Schriftleitung

 

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