So überlassen Sie Facebook weniger Daten

Facebook-Nutzer zahlen mit ihren Daten für das kostenlose soziale Netzwerk. Doch man muss dem Konzern und seinen Werbepartnern nicht alles verraten. Wir haben ein paar Tipps, wie man den Datenfluss eindämmt.

Es hat ordentlich gerumpelt bei Facebook. Der missglückte Umgang des Unternehmens mit der windigen Datenanalysefirma Cambridge Analytica hat den Gründer und CEO Mark Zuckerberg gezwungen, Umbaumaßnahmen anzukündigenund sich zu entschuldigen. Aber am Geschäftsmodell des Unternehmens wird sich nichts grundlegend ändern. Es beruht darauf, werbetreibenden Firmen den Zugang zu genau definierten Zielgruppen zu verkaufen – basierend auf deren Daten.

Wer weiterhin Facebook nutzen will, muss sich im Klaren darüber sein, dass die Maschinerie von Zuckerberg auch künftig “Gefällt mir”-Angaben auswertet, das Surfverhalten protokolliert und Gesichter auf hochgeladenen Fotos scannt – selbst dann, wenn die Funktion deaktiviert ist.

Allerdings kann man den Datenfluss zumindest ein wenig einschränken, damit Facebook und vor allem die angedockten Werbepartner nicht alles erfahren. Wir haben ein paar Tipps gesammelt, wie man Facebook und Drittanbietern auf der Plattform so wenige Informationen wie möglich liefert.

Zugriff von Apps kontrollieren

Diese Liste ist ein Schock für viele Nutzer: Wer die Apps lange Zeit nicht überprüft hat, wird entsetzt sein, dass sich dort Programme wie Airbnb, Spotify und Quizduell eingenistet haben, die auf zahlreiche Infos aus dem Facebook-Profil zugreifen dürfen.

Die Anbieter können teilweise nicht nur auf Angaben wie Namen, Geschlecht und Beziehungsstatus sehen, sondern auch auf ziemlich brisante Daten. Einigen Apps gewährt Facebook etwa den Zugriff auf Arbeitgeber, Freundeslisten und hochgeladene Fotos. Selbst die “Gefällt mir”-Angaben dürfen die Drittanbieter auswerten, woraus sich Studien zufolge ziemlich detaillierte Profile über die Persönlichkeit der Nutzer erstellen lassen.

Wer das verhindern will, kann den Anbietern die Erlaubnis entziehen. Dafür klickt man im Browser auf der Facebook-Startseite zunächst auf das kleine Dreieck in der rechten oberen Ecke und öffnet die “Einstellungen”. Dort wird der Eintrag “Apps” aufgelistet, wo sich für jedes einzelne Programm bestimmen lässt, welche Daten ausgelesen werden dürfen. In Zukunft soll dieses Menü leichter zugänglich sein, so lautet eines der Versprechen von Zuckerberg.

Doch Vorsicht: Wer sich zuvor bei einer App direkt mit seinem Facebook-Profil angemeldet hat, riskiert, dass das Programm nicht mehr funktioniert, wenn man ihm den Zugriff einschränkt.

Standort verbergen – vielleicht

Das soziale Netzwerk benötigt den Standort seiner Nutzer nicht zwingend. Die ständige, automatisierte Abfrage ist zwar bequem, wenn man seinen Freunden zeigen will, wo man gerade Urlaub macht. Doch der Ort lässt sich auch manuell ganz einfach auswählen.

Daher kann man Facebook auf Smartphones und Tablets getrost den Zugriff auf die Standortdaten verweigern. Das lässt sich bei Android und iOS in den Einstellungen für die App bestimmen. In den Facebook-Einstellungen gibt es diese Funktion zwar auch. Doch besser ist es, wenn das Smartphone die GPS-Daten für die App blockiert, dann bekommt Facebook zumindest den exakten Standort sicher nicht übermittelt.

Wie viel das letztlich bringt, ist allerdings schwer zu sagen. Denn über die IP-Adresse des Nutzers oder Informationen zu Funkzellen und WLAN-Zugangspunkten könnte Facebook den Standort eines Geräts immer noch mindestens näherungsweise bestimmen.

Informationen für Anzeigenkunden einschränken

Um Firmen maßgeschneiderte Werbung für jedes Mitglied anbieten zu können, sammelt Facebook zahlreiche Informationen etwa darüber, welche Websites die Nutzer besuchen, welches Smartphone sie benutzen, wo sie arbeiten und welche Vorlieben sich aus den Facebook-Klicks ergeben.

Das Ergebnis ist meist ziemlich treffend und lässt sich auf dieser Seite kontrollieren. An der Datensammlung kann man Facebook nicht hindern. Aber zumindest kann man in den Einstellungen auf dieser Seite untersagen, dass Informationen zu Alter, Arbeitgeber und Surfverhalten für zielgerichtete Werbung ausgewertet werden.

Öffentlichen Zugang kappen

Mit manchen Informationen geht ziemlich Facebook freizügig um, wenn man die Standardeinstellungen nicht ändert. Schließlich ist der Konzern interessiert daran, so viele Nutzer wie möglich miteinander zu verkuppeln. In den Einstellungen lässt sich dieser Draht in die Öffentlichkeit jedoch abklemmen.

Die Optionen verbergen sich in den Einstellungen unter dem Menü-Eintrag “Privatsphäre”. Dort kann man unter anderem verhindern, dass Freundeslisten und Statusmeldungen öffentlich angezeigt werden. Außerdem kann man Suchmaschinen verbieten, das eigene Profil öffentlich in den Ergebnissen anzuzeigen.

Original-Text von: Spiegel
Übermittelt durch: Schriftleitung

 

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