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Werden Sprachassistenten als Spionagesoftware eingesetzt?

Heutzutage ist das Sprichwort „die Wände haben Ohren“ nicht mehr so metaphorisch wie es einmal war.

„Der Televisor war gleichzeitig Empfangs- und Sendegerät. Jedes von Winston verursachte Geräusch, das über ein leises Flüstern hinausging, wurde von ihm registriert … Es bestand natürlich keine Möglichkeit festzustellen, ob man in einem gegebenen Augenblick gerade überwacht wurde.“ Das war George Orwells Beschreibung der „Big Brother“ Spionagegeräte in seinem Roman von 1984.

Was passiert jedoch wenn „Big Brother“ nicht der Einzige ist, der Zugang zu dem Televisor hat? Was passiert, wenn fast jeder mit den notwendigen Fachkompetenzen reinhören könnte? Was passiert, wenn diese Bildschirme nicht nur für politische Propaganda, sondern auch dafür genutzt werden, personalisierte Werbung zu zeigen: gehen wir z.B. davon aus, dass Sie sich bei Ihrem Ehepartner über Kopfschmerzen beklagen und sofort eine Werbung für Schmerzmittel eingeblendet wird. Dies ist nicht länger der Handlungsablauf einer dystopischen Novelle, sondern sehr realitätsnah – ein bisschen futuristisch zwar, aber wahrscheinlich in der nahen Zukunft Wirklichkeit.

Mit Apple Siri und Amazon Echo sind bei uns aufmerksame Zuhörer eingezogen.

Immer mehr Menschen nutzen bei ihren technischchen Geräten die Spracheingabe. Doch jetzt kristallisiert sich heraus, dass die Sprachassistenten nicht nur die Befehle sondern auch Neben- und Hintergrundgeräusche übermitteln und auf den Servern speichern.

Wenn man unterwegs ist, ist es schon recht praktisch, seinem Mobilgerät einen Befehl per Spracheingabe zu übermitteln und nicht extra auf der mitunter sehr kleinen Tastatur herumdrücken zu müssen. Allerdings hat der Sprachassistent eine kleine Besonderheit, die nicht wirklich so toll ist: der Assistent überträgt auch Neben- und Hintergrundgeräusche an den Server, wo sie gespeichert werden. Wer auf diese Server Zugriff hat, ist immer noch recht unklar. Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass auf diesem Weg unrechtmäßig (sprich: illegal) Bewegungs- und Benutzerprofile der Nutzer erstellt werden. Der Sprachassistent ist also nichts anderes als Alexa, Siri und Co. auch: eine Spionagesoftware.

In Deutschland gibt es zahlreiche Vorschriften, die sich mit dem Datenschutz beschäftigen. Vielen Menschen hierzulande ist angeblich der Datenschutz auch sehr wichtig. Gerade im Umgang mit Behörden will man seine Daten möglichst gesichert wissen. Schutzprogramme auf dem Computer oder anderen Endgeräten sollen vor Schadsoftware und sogenannten Trojanern schützen. Dafür wird viel Geld ausgegeben. Leider hat diese Vorsicht auch ihre Berechtigung; die Online-Kriminalität ist seit Jahren auf sehr hohem Stand.

Wenn es aber um ihre Bequemlichkeit geht, werfen die meisten Leute ihre Vorsicht komplett über Bord und holen sich freiwillig Geräte ins Haus, die jeden ihrer Schritte aufzeichnen und an unbekannte Server weiterleiten. Dazu gehören Alexa, Siri und die anderen kleinen Alltagserleichterer genau so wie die Sprachassistenten an den Geräten. Niemand weiß, wo die Daten letztlich gespeichert werden, wer darauf Zugriff hat und was mit den Daten geschieht. Doch stören scheint das hierzulande niemanden wirklich. Weder den Verbraucher noch die Merkel-Regierung. Die lässt lieber die freie Meinung in den sozialen Netzwerken zensieren.

So lange die Leute so bekloppt sind und mit Maschinen quatschen, die aufgrund ihrer Dauerbereitschaft jedes Wort aufnehmen und in irgend einem fernen Konzern speichern, verdienen sie diese einfältig ins Haus geholte Spionage.

Ich zB. muss nicht per Smartphone mit meinem Kühlschrank debattieren, was der beim Lieferservice nachbestellt, damit meine Nerdparty ein KI-Erfolg wird.

Wer sich wie ein naiv verspieltes Kind verhält, wird auch wie eins behandelt, und das bedeutet Kontrolle durch quasi Erziehungsberechtigte der AGBs.

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Der Arbeitskreis Sicherheit ist ein, 2009 entstandener, kleiner Zusammenschluss von Aktivisten. Über den Namen Schriftleitung veröffentlichen wir unsere Mitteilungen.

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