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Tor-Browser: Entwicklung zusammen mit US-Geheimdiensten und Militär

Die Benutzer von Tor gehen davon aus, dass sie beim Surfen im Netz völlig anonym sind. Kürzlich enthüllte Dokumente deuten aber darauf hin, dass US-Geheimdienste doch Zugriff auf den Datenverkehr haben. Das Tor-Projekt bezieht demnach die Dienste eng in die Entwicklung ein und gibt ihnen vorzeitig Informationen über potentielle Sicherheitslücken.

von mzwnews.com

Dem Enthüllungsjournalisten Yasha Levine wurden als Antwort auf eine „Freedom of Information Act“-Anfrage Dokumente zugesendet, welche die enge Zusammenarbeit mit den US-Diensten belegen. Aus der Anfrage geht hervor, dass Tor nicht das sichere private Netzwerk ist, für dass es einige Befürworter halten.

Levine: Von Militär und Geheimdiensten finanziert

Die Tor-Technologie wurde unter anderem auch von Geheimdiensten und dem US-Militär gesponsert, um als sicherer Informationskanal zwischen Agenten und Informanten zu dienen. Laut den Dokumenten, so Levine, stammen „nahezu 100%“ der Finanzierung des Tor-Projektes von der US-Navy, dem Außenministerium und dem „Broadcasting Board of Governors (BBG)“. Dabei handelt es sich um eine mit dem FBI verknüpfte Organisation zur Überwachung von Medien.

Regierung erhält Informationen zu Sicherheitslücken

Die Anfrage lieferte Informationen über eine Zusammenarbeit zwischen der Regierung, dem Tor Projekt und Schlüsselfiguren der Internet-Privacy-Bewegung. Deren Ausmaß seien laut Levine „schwer zu glauben“. Demnach geben die Tor-Entwickler der Regierung Informationen über Sicherheitslücken noch bevor sie die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis setzen.

Es gibt in den Dokumenten auch Hinweise darauf, dass Tor geplant hat, die Werkzeuge Ländern wie China, Russland und dem Iran zur Verfügung zu stellen. Dies allerdings als Mittel für Washington, um die dortigen Regierungen zu destabilisieren. Levine erklärt die möglichen Absichten des offiziellen Amerikas wie folgt:

„Warum würde die US-Regierung ein Werkzeug finanzieren, mit dem sie ihre eigene Macht einschränkt? Die Antwort lautet, wie ich herausgefunden habe, dass Tor die amerikanische Macht nicht bedroht. Es stärkt sie.“

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1 Kommentar

  • Das TOR unsicher ist, ist inzwischen schon ganz offiziell:

    -Der BND hat TOR laut eigenen Angaben geknackt und warnt in einer internen Mitteilung andere Bundesbehörden vor der Benutzung: http://archive.is/uUdyB
    -Das Bundeskriminalamt gibt selbst eine Bröschüre heraus, in der darauf hingewiesen wird, dass TOR durch “innovative, technisch gestützte analytische Methoden” geknackt werden kann:
    http://www.bka.de/SharedDocs/Reden/DE/vogtArtikelDarknet.pdf?__blob=publicationFile&v=2

    Zitat BKA: “Trotz dieser Herausforderungen gelingen dem BKA und den Polizeibehörden der Länder sowie dem Zoll immer wieder Erfolge bei der Identifizierung und Verfolgung von Straftätern im digitalen Raum – und im Darknet. Dieser Erfolg beruht auf einer Vielzahl von Faktoren:
    -Kombination von innovativen, technisch gestützten ana-
    lytischen Methoden mit „klassischen“ polizeilichen
    Vorgehensweisen
    …”

    Wer jetzt noch immer glaubt das TOR anonym sei, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Das Gegenteil dürfte der Fall sein: TOR ist ein Honigtopf um “potentielle Kriminelle” anhand der IP zu identifizieren.

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