Wie können wir uns schützen?

Über eines müssen wir uns im Klaren sein:

Es hat immer Spitzel in oppositionellen, systemkritischen Bewegungen gegeben und es wird sie auch immer geben.

Je größer eine Bewegung im Laufe der Zeit wird, desto mehr "Strandgut" wird angeschwemmt. Das braucht uns nicht zu verunsichern und darf auch nicht dazu führen, dass wir die "Schotten dicht machen". Das wäre genau die Reaktion, die das System mit seinen Zersetzungsbemühungen erreichen will. Der nationale Widerstand muss offen bleiben für neue Menschen, die zu uns stoßen wollen. Was sich ändern muss, damit wir uns vor Bespitzelung und Kriminalisierung wirksamer schützen können, sind die Maßstäbe, mit denen wir die Personen in unserem Umfeld beurteilen. Man kann einen Spitzel zwar nicht an der Nasenspitze erkennen, aber man kann es einem Spitzel sehr schwer machen, seine Wirkung zu entfalten, wenn man einige grundlegende Dinge beachtet:

  • Eigene Disziplin: Reduziert eure politischen Gespräche am Telefon auf ein notwendiges Minimum. Das gleiche gilt auch für Post, eBriefe und Weltnetz. Benutzt Verschlüsselungsprogramme zur Nachrichtenübermittlung. Sprecht nicht in Gegenwart von Unbekannten oder Außenstehenden über interne Dinge.

  • Schluss mit der Naivität: Nicht jeder "Neue" ist gleich ein Kamerad! Beobachtet euren Zuwachs ausgiebig und lasst ihn keine Einsicht in eure internen Abläufe / Aufgabenverteilungen haben.

  • Ein guter Gruppenführer sollte mindestens zweimal bei einem "Neuen" in der Wohnung gewesen sein: Einmal angemeldet und einmal unangemeldet!

  • Bewertet Personen in eurem Umfeld nie nach ihren Worten, sondern nur nach ihren Taten! Wer viel schwätzt und wenig tut, sollte aus Sicherheitsgründen von allen wichtigen Besprechungen und Informationen ferngehalten werden.

  • Das gleiche gilt auch für labile, charakterschwache, erpressbare Personen: Je weniger sie über interne Angelegenheiten erfahren, desto geringer ist die Chance, dass sie im Falle einer erfolgreichen Anwerbung durch VS und Polizei Schaden anrichten können. Wer andere Aktivisten zu erkennbar strafbaren Taten anstiftet, muss sofort aus eurem Umfeld aussortiert werden! Gerade bei klischeehaften Straftaten (Ausländer aufmischen, Asylantenheime anzünden, j****che Friedhöfe schänden) sollten bei jedem verantwortungsbewussten Aktivisten sämtliche Alarmglocken schrillen! Solche Taten haben nichts mit unserem politischen Kampf zu tun und sind außerdem kontraproduktiv.

Ein aktuelles Beispiel:

Mit großem Mediengetöse wurde Stephan Michael Bar im Jahr 2001 als ein "Top-Aussteiger" aus der Neonaziszene gefeiert. Zuvor wurde er von vielen unkritischen Aktivisten lange Zeit als "Kamerad" angesehen, "prominent" aufgrund seiner medienwirksamen Straftaten noch dazu. Kaum einer wollte wahrhaben, was bereits lange vor Bars "Ausstieg" schwarz auf weiß zu lesen war:
Bar hatte umfangreiche Aussagen bei der politischen Polizei (LKA) gemacht und dabei Aktivisten aus seinem Umfeld verraten, um seine persönliche Haftsituation zu verbessern.

  • Vorsicht bei Personen, die Waffen in der Szene etablieren wollen und vom bewaffneten Kampf faseln, der schon bald beginnen müsse. Wer so agiert, spielt dem Staat in die Hände, egal ob er Spitzel ist oder nicht. Personen, die immer wieder Unruhe stiften und nutzlose Spaltereien in eurem Umfeld betreiben, sollten zügig aussortiert werden. Selbst wenn sie niemals als Spitzel auffliegen sollten, sind sie dennoch Schädlinge, die zumindest von der Geisteshaltung her Spitzeln gleich sind.