Alibiaussagen

Das Fiktive Beispiel:

Vor dem Landgericht ist ein 28 Jähriger Maurer angeklagt, im Zusammenhang mit einer Demonstration den Rechten Arm zum Hitlergruss gehoben zu haben. Er wird kurze Zeit nach der angeblichen Tat von einem Beamten "wiedererkannt" ("an seinem auffälligen Hemd") und verhaftet. Eine Stunde wird er in der Wanne gefangenhalten und muß sich - im rechtsfreien Raum, die üblichen üblen Sprüche anhören. Sodann wird er zwei Stunden von einem Staatsschutzbullen verhört. Der Beschuldigte weiß, daß er zur Tatzeit noch zu Hause war, weit entfernt vorm angeblichen Tatort. Er benennt zwei Freunde als Zeugen für sein Alibi.

Der Trick der Bullen:

Die beiden Freunde werden nicht sofort verhört - was auch eher sehr unangenehm hätte werden können - sondern erst zwei Wochen später vorgeladen!

Dieser Zeitraum diente denn dem Staatsanwalt dazu, die Aussagen der beiden vor Gericht als "abgesprochen" zu bezeichnen.

Dieses Beispiel zeigt zunächst, wie schnell du in so eine Situation geraten kannst. Es zeigt dann, dass ein Alibi, im Bewußtsein seiner "Unschuld" geäußert, keinerlei Gewähr bietet. Ob Alibi oder nicht, die Bullen wollen nur eins: daß geredet wird! Namen, Namen! - der Rest wird sich dann schon finden.

Da zeigt sich, dass ein Rechtsverständnis bürgerlicher Kreise "aber ich bin doch unschuldig" für die Beamten völlig unerheblich, ja fast lächerlich naiv angesichts der Realiltät ist. Die Unschuld interessiert doch die Justiz immer als letztes! Diese Einsicht verringert schlagartig die Hoffnung die du in Aussagen, Kooperation setzt - aber sie muß ersteinmal vorhanden sein!