Warum eine Bezugsgruppe?

Der Einzeltäter

Du gehst alleine auf Demos und lernst dort zwar Leute kennen, jedoch entscheidest du dich meist spontan irgendwohin zu fahren. Von Aktionen erfährst du über das Netz und wenn es dann mal passt, gehst du einfach hin. Bisher hattest du vielleicht noch keine großen Probleme oder vielleicht sogar schon erste Zusammenstöße mit Gegendemonstranten.

Die Kleingruppe

Ihr seid schon immer mal ein paar Leute, die zusammen fahren. Manchmal halt mehr, manchmal weniger. Eigentlich kann auch jeder alleine an- und abreisen und manchmal passiert das sogar. Spontan geht ihr direkt nach Demo noch was trinken oder haut euch irgendwo anders die Hörner ab. Wer kein Bock hat, reist eben schon alleine ab oder geht woanders hin. Natürlich passt ihr ein bisschen aufeinander auf, aber so wirklich umsichtig seid ihr nicht. Die Abreise nehmt ihr sowieso auf die leichte Schulter, Hauptsache nachhause kommen!

Die Probleme

Eine Demo hat einen Zweck. Zu allererst möchten wir auf ein bestimmtes Thema hinweisen oder unseren Unmut ausdrücken. Jeder, der jemals mit der Planung einer größeren Aktion zu tun hatte, weiß: Organisation ist alles.

Diese zieht sich nicht nur durch die Reihe der Veranstalter, sondern auch durch das System der Repression, Presse, Antifa und der "Bürgerlichen". Diese haben Routine im Kampf gegen die nationale Bewegung. Diese zeigen wir folgend kurz auf:

  • Die Repression

    Polizei und Justiz haben ein breites Spektrum an Methoden zur Einschüchterung und Überwachung. Teilnehmer einer Demonstration werden meistens rechtswidrig und willkürlich durchsucht, festgehalten oder schon auf der Anreise drangsaliert. Selbstverständlich ist der Einsatz der Ordnungsmacht vollkommen hierarchisch von oben bis unten durchgeplant. ZIVILPOLIZISTEN beobachten die An- und Abreisenden und sind auch auf Demonstrationen zugegen. Sie sammeln Informationen und Gesichter, am liebsten sehen diese auch gleich wer wen kennt. Einzelpersonen können schnell misstrauisch von den anderen Kameraden begutachtet werden. Auch sprechen Zivis sehr gerne Einzelpersonen auf der Abreise an - diese haben dann keine Gruppe, die Rückhalt gibt. KAMERAWAGEN (KaWa) und KAMERAPOLIZISTEN (KaPo) versuchen durch Filmen einzuschüchtern und euch zu verängstigen von euren Rechten Gebrauch zu machen. Der Umgang mit diesen sollte unbedingt in der BG besprochen werden!

  • Die Presse

    bekommt, je nach Polizeipressestelle und Kontakten, früher oder später Wind von angemeldeten Aktionen und ist mit Fotografen und Journalisten in nächster Nähe zur Demo. Diese fotografieren im Fall der repressiven Presse Personen und Gruppen zum Zweck der späteren Diffamierung und Sammlung von Daten ab. Die bürgerlichen Medien sind ebenso organisiert und vernetzt. Nicht selten positionieren diese sich auf Balkonen und Dächern mit Teleobjektiven um trotz der Entfernung Portraitaufnahmen zu machen. Die regionale, meist ungefährlichere, Presse handelt etwas weniger professionell. Sie brauchen nur ein paar Bilder für das nächste Käseblatt und können durchaus auch für Stellungnahmen nützlich sein. (Siehe Leitfaden der NaSo-Ried zum Thema Pressemitteilung verfassen)

  • Die Antifa

    hat sich seit dem Aufstreben der Nationalsozialistischen Bewegung in den 1930er Jahren nur einem verschrieben: Kampf mit allen Mitteln und an allen Fronten gegen jede nationale, konservative oder patriotische Organisation und Gruppe. Angefangen bei Sportgruppen, welche anreisende Nationalisten abfangen um ihnen massiv körperlichen Schaden zuzufügen, über Unterstützer in den Landtagen die ihnen parlamentarisch den Rücken frei halten bis hin zu ganzen Horden an Anwälten an der juristischen Front. Neben diesen Erscheinungen nutzen auch Teile der Antifa die Methode der BGs um sich zu organisieren und zu vernetzen. Antifaschisten sehen sich selten als feste Einheit, mehr als loser Bund an - dort liegen Stärken und Schwächen. Sie können gut geplant, trainiert und vorbereitet insbesondere bei Großaufmärschen wie dem TRAUERMARSCH DRESDEN effektiven Schaden anrichten. Die Antifa ist antidemokratisch, eine breite Masse gilt als extrem gewaltbereit und bezeichnet sich selbst als kommunistisch.

  • Die Bürgerlichen

    sind in Vereinen, "demokratischen" Parteien oder sonstigen Grüppchen vernetzt. Zur Imagepflege gehen diese zusammen mit Gewerkschaften auf die Straße um von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken und wenigstens im Kampf gegen eine Minorität zu bestehen. Ihr Laufbursche sowie Prügelknabe ist die Antifa, diese unterstützen sie auch nicht zu selten durch indirekte Versorgung. (Essensstände, Rückendeckung, ...).Viele ALT 68ER und Teilnehmer der "Friedensdemonstrationen" üben sich heute als Lehrling und Schutz für die junge Generation an gewaltbereiten Antifaschisten.

Dieser Probleme bewusst, kann es nur eine Frage geben: Wieso organisieren wir uns nicht?

Für den EINZELTÄTER liegt die erste Priorität auf der Suche nach Kontakten. Du brauchst Menschen, denen du vertrauen kannst. Auf Demos kann es zu Angriffen und Übergriffen kommen, außerdem müssen Inhalte trotz der Repression nach außen getragen werden. Alleine begibst du dich in Gefahren, die eigentlich leicht zu umgehen wären, wenn du dich in eine Gruppe einfügst oder selbst Leute ran holst.

Hast du eine KLEINGRUPPE von einer Handvoll oder mehr Kameraden, musst du entscheiden, welchen Zweck eure Aktionen haben. Ihr solltet euch zumindest auszugsweise Ideen aus dieser Broschüre zu Herzen nehmen und über eine Umsetzung nachdenken. Ein Ansatz zur Organisation ist die autonome Bezugsgruppe.