Aktionsformen (Beispiele)

Folgend einige Ideen für Aktionsformen aufgelistet. Keine starren Vorgaben, sondern Anreize. Diskussionen über den Sinn führt ihr bitte bei euch. Auch eine Kombination ist natürlich möglich. Wenn euch eine Aktionsform nicht passt, verwendet sie einfach nicht.

Schwarzer Block

Der Schwarze Block (SB) dient der Durchsetzung von Demonstrationen und ermöglicht im Ziel eine anonyme Teilnahme.

Den SB macht vor allem das Bewusstsein aus, dass Freiheit ein langwieriger Kampf ist und der Weg dorthin nicht einfach umgangen werden kann. Der SB sollte als Kampf um die Straße und unsere Rechte verstanden werden, jeder Teilnehmer hält seinen Kopf für die anderen hin. Friedliche Lösungen sollten nicht ausgeklammert, sondern auch im SB angestrebt werden - solange sie in unserem Interesse sind und nicht unser Recht auf Demonstration beschnitten wird. Der SB darf nicht asozial auftreten, sondern nur bestimmt.

Bezeichnend für den SB ist ein einheitlich schwarzes Auftreten, wodurch einer extremen Repression entgegengewirkt werden soll. Der SB muss nicht immer ein gutes Bild abgeben, sondern soll einen Sinn erfüllen. Dies müssen auch die anderen Gruppen immer beachten und respektieren.

Der SB wird in einen aktiven und einen passiven Block unterteilt. Weiteres unter der Durchführung auf Aktion

- Mögliche Ziele:

  • Demonstration ermöglichen
  • Recht auf Anonymität durchsetzen
  • Gefährliche Angriffe abwehren
  • Repressionen fokussieren und abwehren
  • Friedliche Demonstration ermöglichen, solange der Staat diese gewillt ist durchzusetzen. Sonst Durchsetzung dieser

- Mögliches Material (Besonderheiten):

  • Schwarze Klamotten zum Wechseln. Achtet darauf, keine auffälligen Symbole oder Farben zu tragen. Besprecht bitte, ob und wie ihr eine Vermummung zulassen wollt in eurer Gruppe. Diese macht im SB als Schutz vor Repressionen Sinn!
  • Schwarze Regenschirme
  • Schnipsel, Aufkleber u. Propagandamaterial (auf V.i.S.d.P. und Legalität achten, vorher absprechen!)
  • Faustis (Kleine Fahnen für die Faust), Fahnen (wenn Anreise in zivil kann dies ein Problem sein, ggf. versteckt ihr die Fahne und zieht diese erst später auf die Stange), Transparente zur späteren Blockbildung

- Mögliche An-/Abreise (Besonderheiten):

  • Mit Wechselkleidung in zivil oder als großer Pulk bereits im Block. Bei Letzterem erhöhte Repressionsgefahr vor der Aktion!
  • Regenschirme können bei Treffpunkten genutzt werden, falls ihr repressive Presse ausmacht oder offensichtlich beobachtet werdet
  • Schwarz gekleidete Menschen fallen besonders auf!

- Mögliches Verhalten bei der Aktion (Besonderheiten):

  • Transparente werden, wie vorher geübt, ausgepackt und sofort an die Seiten und die Front gebracht. Werden Seitentransparente untersagt, sollte über ein Durchsetzen dieses Rechts nachgedacht werden. Friedlich aber bestimmt sollte der Eingriff in die Reihen verhindert werden, dazu zählt auch, dass keine verschiedenen Blöcke hintereinander gebildet werden. Dies macht nur bei bürgernahem Auftreten Sinn. Wenn schon, dann richtig, oder gar nicht
  • Ein Block wird nicht mit Abständen gebildet, sondern durch die komplette Füllung jeder Lücke
  • Während der Formierung drängt der SB nach vorne und versucht ein Blockieren des Zuges zu verhindern. Auch zuvor kann der SB schon Stellung beziehen und Druck machen. Wenn alle nur wahllos an einem Ort herumstehen, sieht die Polizei keinen Grund in einer Durchsetzung der Demonstration!
  • Sollte es zu Streit innerhalb des Blocks kommen, immer wieder zur Ruhe animieren und respektieren, dass jeder seine Idee hat. Jedoch müssen manche Menschen auch erst "auf den richtigen Weg" gebracht werden. Im Schwarzen Block hat niemand etwas verloren, der in genau diesem Moment den Moralapostel spielen will. Es geht um Durchsetzung und Druck. Im Notfall muss der WORTFÜHRER eingreifen
  • Dank einer guten Absprache kommt es selten zu Streit, öfter aber zu plötzlicher Entsolidarisierung. Hier wird plötzlich Pyrotechnik gezündet und da fliegen ein paar Flaschen und schon distanziert sich der halbe Block aus Angst vor Repression. Dies darf nicht passieren. Wir unterstellen jeder BG ein gewisses Ziel und vertrauen auch auf die Umsetzung, eine Diskussion kann es erst danach geben. In diesem Augenblick ist nichts schädlicher als Spaltung, denn dann kann der Staat sich Leute rauskrallen. Provokateure müssen unbedingt zu Recht gewiesen werden, sollte es sich eindeutig um eingeschleuste Personen handeln, müsst ihr gegen diese vorgehen! Duldet keine Kriminalisierung des Blocks und verhindert Randale und Eskalation!
  • AKTIVER SCHWARZER BLOCK wird jener Teil bezeichnet, der vorne Druck macht und an den Seiten für Ruhe und Kraft sorgt. Der aktive SB verlässt sich auf den passiven, sodass wenn es z.B. nach Angriffen der Polizei zu Festnahmen kommt, Opfer sofort nach hinten gezogen und geschützt werden. Der aktive SB ist mithin der gefährlichste Teil, da dieser oft mit Pfefferspray und Schlagstöcken drangsaliert wird.
  • PASSIVER SCHWARZER BLOCK ist der Teil, der den Block vorne "füttert". Lücken müssen unbedingt gefüllt und verletzte Kameraden abtransportiert werden. Der passive SB nimmt auch ggf. Lasten (Rucksäcke, Material, ... ) an sich, um vorne den Leuten eine bessere Dynamik zu ermöglichen. Bei Repressionen schließt der passive Block die Rückseite und verhindert ein Eindringen von hinten in die Demo.

Weiß-Hemden

Das typische Auftreten, z.b. beim TRAUERMARSCH BAD NENNDORF, wenn man sich volksnah zeigen möchte. Das weiße Hemd und die schwarze Hose, meist eine Zimmermannshose, vermitteln Ordnung und Disziplin. Zu Unrecht wird den Trägern dieser Uniformierung eine gewisse Weichheit unterstellt - sinnvoll aufgestellte, meist völkisch orientierte, Gruppen sind im Gegenteil sehr straff organisiert und durchaus durchsetzungsfähig.

- Mögliche Ziele

  • Trauermarsch oder Demonstration ordentliches Bild geben
  • Inhalte vermitteln
  • "das gute Gesicht" unserer Bewegung zeigen

- Mögliches Material (Besonderheiten):

  • Ordentliche Kleidung
  • Zumeist keine Vermummung
  • Viele Fahnen, selten Transparente
  • Regenschirme können auch für diese BG´s interessant sein!

- Mögliche An-/Abreise (Besonderheiten):

  • Meist mit Autos, da die "Uniform" sehr schnell erkannt wird und Feinde sich besonders gerne solche Personen raussuchen

- Mögliches Verhalten bei der Aktion (Besonderheiten):

  • Reihenbildung, diszipliniert in gleicher Anzahl pro Reihe
  • Fahnen werden ordentlich getragen
  • Sollte die Demonstration blockiert werden und ein Schwarzer Block auf der Demo agieren, diesem Vorrang lassen um Druck aufzubauen!
  • Trotz Angriffen von außen strickt den Weg weiter gehen und nicht beirren lassen

Nachhause-Schicker

Ja, auch so etwas kann man vorhaben. Kriminelle Antifaschisten attackieren immer wieder die friedlichen Demonstranten. Dem kann man vorher schon entgegenwirken, wenn einige Gruppen unterwegs sind, die die Antifa wieder nach Hause schicken. Es gilt die Gewalt gegen unsere Kameraden auf der Demo und die Übergriffe zu verhindern, in dem präventiv dafür gesorgt wird, dass die Kriminellen gar nicht erst anreisen können. Selbstverständlich geben wir keinerlei Anleitung zur gewalttätigen Auseinandersetzung, diese sucht ja schon die Antifa mit ihren Aufrufen zur Gewalt. Bestimmt aber zielsicher werden diese Menschen wieder in ihre Schranken gewiesen.

Wieso wir auf die Idee kommen? U.a. dieser Aufruf, gefunden in einer linken Zeitschrift und auf einer Netzseite, zeigt es. Linke ticken nicht ganz sauber und die Polizei schaut weg. Selbst handeln? Überlegt es euch. Wie? Müsst ihr wissen!

Inglourious Basterds

Es gibt Szenelinke, die uns abfällig als »Sportgruppe« bezeichnen. Aber das stimmt nicht. Was wir machen, hat nichts mit Sport oder gar sportlicher Fairness zu tun. Im Gegenteil, wir greifen maskiert und ohne Vorwarnung aus dem Hinterhalt an. Allgemein wird so etwas als »unehrenhaft« oder als »feige« bezeichnet. Zugegeben, ein gewisser Pragmatismus ist uns zu eigen, aber im Unterschied zu Hooligans oder irgendwelchen Straßenschlägern arbeiten wir ergebnisorientiert. Unser Ziel ist ganz simpel: Wir wollen den Nazis weh tun.

Wichtig ist uns vor allem dabei, dass es die richtigen trifft, und nur die richtigen. Kollateralschäden nehmen wir nicht in Kauf. Zumeist lauern wir einzelnen oder kleinen Gruppen von bekannten oder deutlich erkennbaren Neonazis auf. Wir folgen ihnen unauffällig und überwältigen sie dann in einem günstigen Moment. Alles muss dann schnell gehen. Wenn die Gegner weglaufen, um Hilfe schreien oder zurückschlagen, dann haben wir etwas falsch gemacht. Manchmal nehmen wir ihnen dabei auch die Buttons ab oder reißen ihre Nazi-Shirts kaputt. Früher haben wir die einfach als Trophäen mitgenommen. Das machen wir nicht mehr, weil solche Beweisstücke für uns Serientäter gefährlich sein könnten.

Der 13. Februar ist seit Jahren ein Pflichttermin für uns. Schon auf dem Weg nach Dresden treffen wir auf einer Autobahnraststätte eine Horde Dorfnazis. Es sind zu viele, um sie direkt anzugreifen. Also begnügen wir uns damit, heimlich die Reifen ihrer Autos zu zerstechen, und fahren dann weiter.

Dresden ist an diesem Tag eigentlich nichts für notorische Leisetreter wie uns, sondern eher eine Spielwiese für autonome Hasskappen-Fetischisten, die, im Gegensatz zu uns, die offene Konfrontation mit den Bullen oder dem Nazimob suchen. Problematisch ist, dass sich Nazis und Linke nur noch schwer an der Kleidung unterscheiden lassen und man fast ausschließlich an große Gruppen gerät. Ob die Gruppe Halbvermummter, die einem da entgegenkommt, Antifas, Nazis oder gar Zivis sind, weiß man erst, wenn man sich direkt gegenüber steht. Wir begegnen mehrfach aggressiven Nazigruppen, die auf der Jagd nach Linken sind, uns aber nicht als Antifaschisten erkennen. Unser modus operandi funktioniert hier nicht, wir konzentrieren uns lieber darauf, Autos und Busse von Nazis zu beschädigen.

Später fahren wir in eine ostdeutsche Kleinstadt. Am Bahnhof lauern wir mehrere Stunden vergebens auf Nazis, die aus Dresden zurückkommen. Unsere Geduld wird nach einer Weile mit einer zufällig vorbeikommenden Gestalt belohnt, die einen Pullover der Marke Consdaple trägt. Hierbei handelt es sich um Texilien, die von Nazis für Nazis gemacht werden und die das Parteikürzel NSDAP mit dem englischen Wort »constable« verbinden. Uns ist klar, dass dem Bedürfnis, andere zu verletzen oder zu bestrafen, nichts Emanzipatorisches innewohnt. Was wir machen, wird als »politisch unbedeutend«, bestenfalls als »Gegenterror« kritisiert werden. Das wissen wir. Wir machen es trotzdem. Wenig später geht ein völlig überraschter Neonazi schwer angeschlagen zu Boden und verwandelt sich dort in ein wimmerndes Häuflein Elend. Ziel erreicht - wir fahren nach Hause.

Und jetzt zu uns. Unsere Agitation unterscheidet sich natürlich von der einer Demonstrations-Gruppe. Wir können hier nur kleine Anregungen geben.

- Mögliche Ziele:

  • Anreise von illegalen Blockierern und Straftätern verhindern
  • Druck auf die linke Szene ausüben

- Mögliches Material:

  • Keine politischen Sachen
  • Eure Ausstattung bestimmt sich dadurch, wieweit ihr gehen wollt!

- Mögliche Agitation:

  • Gezielt Anreise mit möglichen Blockierern unserer legalen Aktion und diese vorher blockieren oder wieder nach Hause schicken
  • Achtet auf eure Umgebung. Zivilpolizei
  • Polizei
  • Antifa schon da?
  • Macht Treffpunkte der Antifa im Netz aus, vielleicht trefft ihr ja zufällig schon auf dem Weg zu dem Treffpunkt einen netten Bekannten? Am Treffpunkt solltet ihr natürlich nicht ankommen, außer ihr seid natürlich darauf ausgerichtet.
  • Lieber 1-2 Stunden nichts getan und abgewartet, beobachtet und Fotos geschossen, als zu weit in Gefahr gebracht.
  • An der Anreise hindern = Autotreffpunkte finden? Denkt euch was aus

Anti-Repressions-Team

- Anti-Antifa:

Auch auf der Demonstration selbst könnt ihr viel gegen die kriminellen Roten machen. Oder ihr begebt euch gar nicht erst auf die Demo, sondern beobachtet von außen! Anti-Antifa Arbeit ist Aufklärungsarbeit. Wer kennt wen, wer geht nach der Blockade oder Aktion wohin? Auch bei normalen Demos der Antifa, eigentlich gerade da, ist Anti-Antifa Arbeit am effektivsten. Dort seht ihr wer aktiv ist, wer wen kennt und könnt vielleicht auch noch rausfinden wo manche Aktivisten wohnen.

- Anti-Repression:

Lasst niemanden alleine etwas machen, sondern bildet auch hier eine BG um den Fotografen zu schützen. Auch hier müsst ihr ggf. etwas anders vorgehen und einteilen, die Aufgaben beziehen sich nun natürlich auf andere Gebiete.

- Mögliche Ziele

  • Aufklärung über kriminelle Strukturen
  • Schutz eigener Struktur
  • Aufklärung über Polizeigewalt

- Mögliches Material (Besonderheiten):

  • Fotoapparat, Videokamera
  • Presseausweis wenn vorhanden
  • Wenn ihr nicht auf einer Demo seid: Einen Fahrer, der euch schnell weg bringen kann

- Mögliche An-/Abreise (Besonderheiten):

  • Ihr fahrt als normale Demoteilnehmer? Dann schaut oben und überlegt euch, ob ihr im schwarzen Block auftreten wollt. Solltet ihr vorne dabei sein, schützt eure Kamera gut
  • Als eigenständige, unauffällige Gruppe unterwegs? Agiert vorsichtig.

- Mögliches Verhalten bei der Aktion (Besonderheiten):

  • Bei Polizeigewalt sofort die Kamera nach vorne, ggf außerhalb des Blocks um genaue Repression zu filmen
  • Kameraden über Repression und Gesetze aufklären

- Blockade

Kriminelle zu blockieren, die immer wieder Übergriffe vollziehen, sollte für jeden aufrechten Menschen Normalität sein. Sei es das sabotieren der Anreise oder das aktive Blockieren auf einer Demo-Route - es gibt viele Möglichkeiten und wir können aufgrund der Repression hier keine weiteren Hinweise geben. Sucht euch die Aktionsformen der Gegenseite raus und passt diese an, auch Tiertransporter oder den Bau von Moscheen, linken Zentren etc. kann man so verhindern / behindern.

- Weitere Aktionsformen

Weitere Aktionsformen gibt es viele. Bitte recherchiert und überlegt euch auch Methoden, die vielleicht nicht exakt auf eine der oberen passen.