cCleaner

Mythen und Klischees in der Informatik zu beseitigen, erinnert nicht selten an den Kampf von Don Quijote, wobei der Unterhaltungswert in einigen arg strapazierten Bereichen eher gen null tendiert und sich auch eine gewisse Ermüdung breit macht, wenn es darum geht, ständig den gleichen Unsinn zu revidieren. Das soll uns nicht davon abhalten, noch einmal das Thema Datenmüll-Bereinigung und Registry Cleaner aufzugreifen, um vielleicht doch noch etwas mehr Skepsis bei dem Umgang mit diesen Tools zu erzeugen.

Um es ganz deutlich zu formulieren, in diesem Artikel geht es nicht um die Vorzüge von Registry Cleanern, sondern in erster Linie um den cCleaner, den wir nach wie vor für als sehr nützlichen Helfer beim Eliminieren von Datenmüll einstufen. Das Thema Registry Cleaner reflektieren wir in einem extra Kapitel gegen Ende dieser Anleitung, zu der wir dir viel Vergnügen und hoffentlich die richtigen Erkenntnisse wünschen...

Hier gezeigte Programmversion: v5.35

Installation und wichtige Hinweise:

Um in den Genuß des cCleaners zu kommen, benötigst du natürlich den entsprechenden Download, eine 32 oder 64 bittige Unterscheidung gibts es weder für den Download noch für die Installation:

Nachdem du die Installationsdatei heruntergeladen hast, öffnest du sie mit einem Doppelklick.

Achte bei der Installation bitte darauf, das du überflüssige Zusatzprogramme (speziell die Yahoo Toolbar oder Google Toolbar/Google Chrome) nicht mit installierst. Natürlich muß und will Piriform über dieses virale Marketing Geld verdienen, aber bitteschön nicht unbedingt gerade mit diesem Toolbar-Mist. Schließlich wollen wir die Datenmüllbeseitigung des cCleaners nicht dadurch konterkarieren, in dem wir quasi durch die Hintertür beispielsweise die Argusaugen des Suchmaschinen-Marktführers ins System zurückholen...

Während der Installation wirst du auch nach der Sprachversion gefragt, die du nach Gusto auswählen kannst, der cCleaner legt dir diesbezüglich kaum Steine in den Weg.

Auch die ganzen zusätzlichen Kontextmenüeinträge usw. sind absolut überflüssig (bitte den Screenshot beachten), weil sie nur zu Klicks verleiten, die eher an die Spontanität als Vernunft zu adressieren sind. Automatischen Updates sollte man grundsätzlich mit Skepsis gegenüberstehen, zumindest bei 3rd-party Software und zu denen gehört der cCleaner. Der Grund ist kausal, alles was in diesem Bereich aktiv ist, mischt sich in Systemressourcen ein, die nicht immer mit den hierarchischen Abfolgen eines Betriebssystems harmonieren!

Der letzte Haken muss auf jedenfall deaktiviert werden. Er fragt dich ob du nach nicht zu löschenden Cookies scannen möchtest. cCleaner möchte dir hier eine Hilfe sein und Coocies mit Passwortangaben nicht löschen. Da du aber keine Passwörter oder Benutzernamen auf deinem Computer gespeichert haben möchtest muss dieser Haken weg.

Beim klick auf Installieren kopiert sich das Programm auf deinen Computer. Ist die Installation beendet klickst du das Häckchen aus dem Feld Release Informationen anzeigen weg und beendest die Installagtion mit einem Klick auf cCleaner starten.

Wichtige und gefahrlose Einstellungen:

Wenn die Installation absolviert wurde und du den cCleaner das erste mal mit Adminrechten startest, geht es an die Einstellungen des cCleaners, für die wir dir entsprechende Screenshots angefertigt haben, damit du die gefahrlosesten Einstellungen übernehmen kannst. Unsere Einstellungen basieren auf Langzeiterfahrungen mit den Betriebssystemen Windows XP -> Vista und Windows 7, wobei die aktuelle Windows 8 Preview sich bisher analog dazu verhält.

Vista- und Windows 7 Benutzer starten den cCleaner immer mit Rechtsklick auf das Symbol und wählen "Als Administrator ausführen".

Die Begründung für diese Einstellungen liegen auf der Hand: Kennwörter sollten grundsätzlich nie gespeichert werden, egal in welchem Bereich sie angelegt wurden. Verknüpfungen werden von Windows Vista und auch Windows 7 anders kategorisiert als noch zu Zeiten von Windows XP, darum raten wir von deren Bereinigung ab. Dies gilt ebenso für tiefergreifende Systembereinigungen (ausgegraute Bereiche), bei denen schon eine zu viel gelöschte Datei ausreicht, um die ersten Probleme zu generieren.

Was im Karteireiter "Anwendungen" bereinigt werden kann, hängt natürlich in erster Linie davon ab, was du an externen Programmen installiert hast. Grundsätzlich sind diesbezüglich aber kaum Systemirritationen zu erwarten, zumindest nicht vom Betriebssystem. Darüber hinaus ist der cCleaner mittlerweilse so ausgereift, das diesbezüglich relativ wenig Substanz für Fehlerquellen existieren. Solltest du allerdings Software verwenden, die in dieser Hinsicht anfällig reagiert, kannst du jederzeit deren Optionshaken wieder entfernen.

Kurzum: Über diese nun klar definierte Reinigungsroutine kannst du deinen Computer gefahrlos z.B. nach jeder Weltnetzsitzung oder Programminstallationen bereinigen, ohne das du sensible systemrelevante Bereiche tangiert. Selbstverständlich kannst du unsere Vorgabe auch ändern, wir haben so allerdings die besten Erfahrungen gemacht und unsere Prämisse hieß: möglichst gefahrlos und mit minimalem Risiko...!

Wir empfehlen ohnehin vor der ersten Systembereinigung mit dem cCleaner auf einem frisch eingerichteten System ein Image (Abbild) mit einer geeigneten Software zu erzeugen, damit du immer einen passenden Rettungsanker parat hast.

Den Karteireiter Registry ignorieren wir ganz bewußt (warum steht im separaten Kapitel weiter unten) und widmen uns dem nächsten interessanten Punkt: der Button Extras:

Hier findest du insgesamt sieben Untermenüs: Programme deinstallieren, Autostart, Browser Plugins, Disk Analyse, Dateisuche, Systemwiederherstellung und Festplatten Wiper.

Programme lassen sich unter Windows mittlerweilse ausgezeichnet deinstallieren und falls nicht, hilft der cCleaner auch nicht entscheidend weiter, denn schlecht programmierte Deinstallationsroutinen lassen sich in der Regel von solchen Hilfsmaßnahmen wenig beeindrucken. Dies gilt ebenso für die Systemwiederherstellung, die ohnehin nur so gut funktioniert, wie Windows es zuläßt. Da wir die Dateisuche sowie die Disk Analyse nicht benötigen um unser System schneller oder ggf. sicherer zu machen, werden sie hier auch nicht weiter beschrieben.

Der Programmpunkt Browser Plugins ist durchaus Interessant jedoch kann man hier leider keine allgemeingültige Empfehlung abgeben. Wir empfehlen dir den den Punkt Mehr Sicherheit durch Add-Ons im Leitfaden Netzbetrachter ("Browser") zu lesen.

Festplatten Wiper (sicheres Löschen) von feierm Speicherplatz auf deinen Festplatten brauchst du eigentlich nicht solange du alle Daten sicher Löschst und nicht nur in den Papierkorb wirfst.

Bliebe noch der Punkt Autostart, der in der Tat durchaus einige Ansätze bietet, um gezielt ins System einzugreifen, wenn msconfig an seine Grenzen stößt:

Die Möglichkeit störende Einträge nicht gleich zu löschen, sondern zunächst zu deaktivieren und bei Bedarf wieder zu aktivieren, ist sicher einer der Vorzüge in diesem Abschnitt des cCleaners, zumal er neben dem Windows Autostart zusätzlich noch den Internet Explorer und Scheduled Tasks (geplante Aufgaben) als erweiterte Optionen anbietet, da kann msconfig nicht mithalten. Aber auch hier gilt wieder, Hände weg von der Maus, wenn du nicht weißt was diese oder jene Einstellung bewirkt und lösche bitte nicht gleich die Autostarteinträge ! sondern bleibe maximal bei der Deaktivierung.

Kommen wir zum Optionsbutton Einstellungen:

Unter Einstellungen -> Einstellungen achte bitte wieder darauf, dass du eine Optionen fürs sichere Löschen angehakt hast. Z.b.: Sicheres Löschen - Komplexes Überschreiben (7 Durchgänge).

Die Einstellungen der Cookies überlassen wir wieder dir, diesbezüglich ist es, wie auch bei den Browser Plugins kaum möglich, eine allgemeingültige Empfehlung abzubilden, dazu spielen in dieser Hinsicht zu viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Wenn du aber der Meinung bist, das deine besuchten Weltnetzseiten keinerlei individuelle Surfgewohnheiten speichern sollten, kann die Konsequenz nur lauten: keine Ausnahmen in die Cookie Liste eintragen.

Willst du neben den standardmäßigen temporären Ordnern noch weitere bereinigen, so ist das über die Rubrik Benutzerdefiniert möglich. Eine Liste für mögliche temporäre Ordner (nicht alle sind auch zwangsweise vorhanden) unter Windows haben wir für kurz skizziert:

Windows XP:

C:\Windows\Temp\
C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator\Lokale Einstellungen\Temp\
C:\Dokumente und Einstellungen\Default User\Lokale Einstellungen\Temp\
C:\Dokumente und Einstellungen\DeinBenutzername\Lokale Einstellungen\Temp\

Windows Vista/ Windows7:

C:\Windows\Temp\
C:\Benutzer\DeinBenutzername\AppData\Local\Temp\
C:\Benutzer\Default\AppData\Local\Temp\

Erfahrungsgemäß sammelt sich in den etwas versteckten Ordnern nur sehr wenig an, insofern sind die cCleaner Voreinstellungen normalerweise ausreichend. Wer es trotzdem ausprobieren möchte, kann die entsprechenden Temp-Ordner als benutzerdefinierte Ordner im cCleaner eintragen.

Bleiben noch zwei Einstellungs-Rubriken übrig, einmal die Option Auschließen, wo du Ordner ausschließen kannst, die nicht in die Bereinigung einfließen sollen. Unter Erweitert sind noch ein paar grundsätzliche Einstellungen möglich, die du aber nicht verändern musst.

Registry-Cleaner:

Wie versprochen greifen wir an dieser Stelle das leidige Thema Registry-Cleaner noch einmal auf. Es ist wahrlich erschreckend, wie arglos einige Anwender diese Tools einsetzen, obwohl sie deren Wirkung weder verifizieren noch sicher einschätzen können. Besonders ärgerlich wird es, wenn einige Windows Foren sich zwar gegen die Verwendung dererlei Tools aussprechen, im Gegenzug aber Adsense Werbung mit eben diesen Tools ins Forum stellen, das ist wirklich "konsequent".

Um es auf den Punkt zu bringen, es existiert kein kausaler geschweige denn evidenzbasierter Beweis, das Registry Cleaner irgend etwas positives bewirken. Wenn ein solches Tool nach der Neuinstallation von Windows bei einer Analyse 700 zu optimierende Einträge findet, in der Masse sind das dann hauptsächlich Verweise auf nicht mehr vorhandene Dateien > nicht mehr vorhandene Verknüpfungen und nicht mehr vorhandene Programme, sollten wirklich alle Alarmglocken klingeln, weil das entbehrt nun wirklich jeglicher Logik.

In diesem Zusammenahng von "Tuning" zu sprechen ist ohnehin der blanke Hohn, aber es hält sich seit Jahren der Mythos, die Registry muss regelmäßig mit Hilfsprogrammen entschlackt werden, damit Windows optimal arbeitet. Dies ist de facto falsch, die Registry ist eine Datenbank, in der Windows und viele Programme entsprechende Konfigurationsdaten speichern.

Dort werden auch keinerlei ini-Dateien abgearbeitet sondern Datenbanken abgefragt, d.h. installierte Programme und Applikationen fragen ihre Keys und Einstellungen diesbezüglich bei Bedarf in den entsprechenden Hives ab. Das bedeutet im Klartext, dass nach einer Deinstallation des jeweiligen Programms diese Datenbankinformationen eben nicht mehr abgefragt werden, ergo haben sie auch keinen Einfluss mehr aufs System, ob sie nun da sind oder nicht.

Ebenso falsch ist die Behauptung, das die komplette Registry Datenbank permanent in den Arbeitsspeicher geladen wird und somit wertvollen Speicherplatz belegt und Windows so verlangsamt. Es wird definitiv nur das in den Speicher geladen, was verwendet wird: also die benötigten Hives, alles andere bleibt draußen, demzufolge kann die Registry niemals Windows verlangsamen. Ganz davon abgesehn, dass ein einziger übereifriger Löschvorgang in der Registry ausreicht, um eurer Betriebssstem entscheidend zu kompromittieren.

Wenn dein Windows zu langsam ist, rüste deine Hardware auf, die Registry ist diesbezüglich der komplett falsche Ansprechpartner...