Hoaxes, Kettenbriefe und falsche Warnungen

Das Wort "Hoax" stammt aus dem Englischen und geht auf eine alte Tradition bei Hofe zurück. Damals machten sich die Adeligen einen Spaß daraus, falsche Gerüchte zu verbreiten und amüsierten sich dann köstlich darüber, wenn ihr Gegenüber darauf hereinfiel. Heute versteht man unter Hoaxes vor allem falsche Virenwarnungen und Gerüchte, die per ePost gestreut werden.

Von der falschen Virenwarnung über Aufrufe zu Knochenmarkspenden bis hin zur angeblichen Petition, um einen chinesischen Bären zu retten: Im Internet werden die kuriosesten Meldungen und Behauptungen per Mail gestreut. Von harmlosen Scherzen sind Hoaxes allerdings weit entfernt. Im Gegenteil: Sehr oft richten sie auch direkten oder indirekten Schaden an.

Fallbeispiele:

  • Immer wieder kursiert zum Beispiel die Falschmeldung, die GEZ (Gebühreneinzugszentrale der Rundfunkanstalten) würde rückwirkend Rundfunkgebühren zurückerstatten. Grund sei ein entsprechendes Urteil des OLG Augsburg. Fakt ist: Ein Oberlandesgericht (OLG) Augsburg gibt es überhaupt nicht. Die GEZ allerdings wird dann Dank des Hoaxes von Tausenden Anfragen überhäuft.

  • Ebenfalls nicht tot zu bekommen: Die per ePost verbreitete Warnung, in Discotheken oder in Kinos wären Besucher von einem Unbekannten durch einen Nadelstich mit dem HI-Virus infiziert worden. Die regelmäßige Folge: Verunsicherung, Arbeit für die Polizei, die dem Gerücht nachgehen muss, finanzieller Schaden für die angeblich betroffenen Einrichtungen.

  • Schon seit 1999 kursiert eine Email, nach der Microsoft-Gründer Bill Gates zu einem Mail-Beta-Test aufgerufen habe und Microsoft für die einfache Weiterleitung von Mails bestimmte Geldprämien vergebe. Der Gates-Kettenbrief wird alle paar Monate wieder zu neuem Leben erweckt - und findet dabei immer wieder Dumme, die auf ihn hereinfallen und ihn weiterverbreiten.

  • Seit 2003 wird die Warnung verbreitet, auf dem Mobiltelefon könne ein "Anruf in Abwesenheit" erscheinen, der von einer Telefonnummer '+49137799090269' (oder ähnlich) stammt. Wer die Nummer zurück rufe, lande in der Kostenfalle: Die Verbindung werde bis zu einer Stunde gehalten und man könne die Verbindung selbst nicht beenden, womit enorme Kosten anfielen. Bisweilen beruft sich die ePost dabei auf eine Quelle bei der Polizei oder einem Landeskriminalamt. An diesem Kettenbrief zeigt sich das eigentlich Perfide an Hoaxes: Die Nachricht beruht zu einem kleinen Teil auf wahren Ereignissen, die allerdings verfälscht werden. Denn betrügerische Lockanrufe mit 0137-Nummern gibt es tatsächlich; wer zurückruft, zahlt jedoch "nur" einen Pauschalbetrag von bis zu zwei Euro. Dass die Verbindung bis zu einer Stunde gehalten werde, ist dagegen falsch.

Hoaxes klingen zumeist sehr ernst, zumal sie sich oft auch auf renommierte Unternehmen und Stellen berufen - freilich ohne deren Wissen und Zutun.

Wer dubiose Warnungen, Aufforderungen oder andere Hoaxes unaufgefordert per ePost erhält, tut also gut daran, diese entweder nicht ernst zu nehmen oder auf renommierten Seiten - etwa bekannten Antiviren-Seiten - zu verifizieren.

Ganz wichtig:

Man sollte es unterlassen, derartige Falschmeldungen selbst weiter zu verbreiten. Nicht nur, dass man damit sonst dem Urheber einen Gefallen tun, Bandbreite verschwendet und zur weiteren Vermüllung des Internets beiträgt - man gerät auch schnell in den Verdacht, ein naiver "DAU" (steht für "dümmster anzunehmender User") zu sein, der auf alles hereinfällt.