Gefahren bei WLAN

WLAN, sofern es ungesichert ist, lässt sich mit einer offenen Haustür vergleichen. Jeder, der in der Reichweite des Funknetzes ist, kann dieses mit entsprechender technischer Ausrüstung - einem so genannten Sniffer - aufspüren und sich Zugang zu deinem kabellosen Funknetz verschaffen. Und du als Betreiber des WLAN musst das nicht einmal merken.

Die Folgen:

Zum einen könnten Unbefugte auf deine Kosten ins Internet gehen.
Und noch schlimmer: Außenstehende könnten - ohne dass du es bemerkst auf deine persönlichen Daten zugreifen. Ob Urlaubsfotos, Zugang und Passworte zum Konto oder deine höchstpersönlichen Daten: Alles könnte der Unbekannte aus sicherer Entfernung sichten, herunterladen und dann gegen dich verwenden.

Letztlich, auch das ist schon vorgekommen, kannst du unter Umständen sogar für kriminelle Aktivitäten Dritter in Haftung genommen werden. Stelle dir vor, ein Außenstehender surft auf deine Kosten über dein WLAN, und ersteigert mit deinen persönlichen Daten bei einem Internetauktionshaus kostspielige Waren. Oder er lädt sich illegal Musikstücke (mp3) oder Filme herunter. Oder: Ein Krimineller, gar ein Terrorist, nutzt dein WLAN, um sich mit Komplizen auszutauschen. Als Beispiel seien hier die islamistischen Terroristen genannt, die im Sommer 2007 in Deutschland mehrere Bombenanschläge verüben wollten. Auch sie kommunizierten über das Internet - indem sie sich in ungesicherte WLAN-Netze Dritter einbuchten und so kaum identifizierbar ihrer kriminellen Aktivitäten nachgingen.

Spätestens in solchen Fällen hast du ein großes Problem - nur, weil du dein Wireless LAN nicht ausreichend abgesichert hast. Denn Polizei, Anwälte und Abmahner haben in diesen Fällen zunächst einmal nur eins: Die IP-Adresse des Täters. Und das ist, wenn Dritte über deinen Internetzugang kriminell wurden, DEINE IP-Adresse, bzw. die deines Routers. Abmahnung, Hausdurchsuchung oder Ermittlungsverfahren werden also zunächst einmal gegen dich gerichtet sein.


Urteile: WLAN muss abgesichert werden

Auch die deutschen Gerichte urteilen immer öfter, dass jeder WLAN-Besitzer sein Funknetz gegen unbefugte Zugriffe schützen muss, weil er sonst zum so genannten Mitstörer wird.

"Es ist einem Anschlussinhaber aber zuzumuten, zumindest Standardmaßnahmen zur Verschlüsselung des Netzwerks zu ergreifen; ansonsten verschafft er nämlich objektiv Dritten die Möglichkeit, sich hinter seiner Person zu verstecken und im Schutz der von ihm geschaffenen Anonymität ohne Angst vor Entdeckung ungestraft Urheberrechtsverletzungen zu begehen (...)"

stellte so das Landgericht Düsseldorf fest (Urteil vom 16.07.2008 - Az. 12 O 195/08).

Im Mai 2010 entschied dann auch der Bundesgerichtshof (BGH), dass private WLAN-Betreiber ihr Funknetz vor unberechtigten Zugriffen Dritter sichern müssen - durch eine angemessene Verschlüsselung und ein sicheres Passwort. Geschieht dies nicht, kann der WLAN-Betreiber im Fall von Urheberrechtsverletzungen Dritter abgemahnt werden und muss die entsprechenden Kosten zahlen.