Wie funktioniert das Mobiltelefon?

Grundsätzlich hinterlässt dein Mobiltelefon bei der Benutzung zwei digitale "Fingerabdrücke": Die IMSI- und die IMEI Nummer.

Die IMSI-Nummer

  • (IMSI steht für International Mobile Subscriber Identiy) ist der individuelle Code deiner SIM-Karte, die meist 15-stellig ist. Mit der IMSI-Kennung lässt sich anhand der ersten 3 Ziffern feststellen, aus welchem Land deine Karte ist. Die nächsten beiden Zahlen sagen, welche Mobilfunkfirma deine Karte ausgegeben hat (T-Mobile, Vodafone, E-Plus, ...).
    Danach kommt eine individuelle Seriennummer. Der Verkaufsweg der IMSI-Nummer ist relativ simpel über die Register der Mobilfunkfirmen nachvollziehbar. Die IMSI wird bei jedem Gespräch übermittelt.

Die IMEI-Nummer

  • (IMEI steht für International Mobil Equipment Identity) ist immer 15-stellig und findet sich innen im Gerät. Sie identifiziert dein individuelles Telefon. Anhand der IMEI lässt sich auch zurückverfolgen, aus welchem Land dein Telefon stammt. Die ersten beiden Stellen geben Aufschluss über das Land, deutsche IMEIs beginnen dann mit 49. Die drei Zahlen, die dann kommen, bezeichnen den Hersteller (also Siemens, Nokia, ...). Die nächsten beiden Ziffern sagen, in welchem Land das Gerät produziert wurde. Erst dann kommt die aktuelle Seriennummer. Der Verkaufsweg der IMEI-Nummer ist nachvollziehbar, was aber für die Polizei zeitaufwendig und mühselig ist. Auch die IMEI wird bei Nutzung des Telefons übermittelt.

Wenn du also in deinem Gerät die Karte wechselst, benutzt du eine neue IMSI, aber weiter die alte IMEI. Wegen des mehr werdenden Diebstahls von Mobiltelefonen haben die Mobilfunkhersteller auf Druck des Staates in England mittlerweile ein zentrales IMEI-Register angelegt, in dem sämtliche Geräte mit ihrer IMEI registriert sind. Das Ziel ist, bei Diebstahl nicht nur die Karte (also die IMSI-Nummer) sperren zu können, sonder auch das Gerät selbst (über die IMEI). Damit würde ein gestohlenes Mobiltelefon wertlos - ganz nebenbei eröffnen sich aber auch neue Überwachungsmöglichkeiten, weil die Identifizierung eines Gerätes, des Kaufortes und -datums usw. sehr unproblematisch wird.

In der BRD ist die Polizei noch nicht so weit, nach unserem letzten Stand hat allerdings Vodafone freiwillig mit dem Aufbau eines solchen Registers begonnen. Übrigens gibt es auch dagegen Gegenmittel:

Im Weltnetz gibt es Programme, mit denen sich elektronisch die IMEI eines Programmes manipulieren lässt. Weil das auch die Bullen wissen, steht die Manipulation der Gerätenummer in England mittlerweile unter Strafe. Soweit unser kleiner Ausflug in die Welt der IMEI.

Prinzipiell funktionieren Mobiltelefone so:

Wenn du dein Gerät einschaltest, meldet es sich im Telefonnetz mit seiner IMSI-Nummer und der IMEI an, wobei für die Firmen nur die IMSI wichtig ist. Der Mobilfunkbetreiber, bei dem du dich eingeloggt hast (also beispielsweise E-Plus) registriert deine Daten in einem Besucherregister und fragt anschließend bei deiner Mobilfunkfirma nach, ob deine Daten korrekt sind. Anschließend ist deine Anmeldung gespeichert und du darfst telefonieren.

Allerdings ist damit noch nicht dein Aufenthaltsort bekannt - jedenfalls nicht genau. Die Mobilfunknetze sind nach dem Schachtelprinzip aufgebaut: Die kleinste Einheit sind die Antennen, die meinst auf Dächern aufgebaut sind. Um die Antennen verwalten zu können, sind mehrere Antennen zu einer größeren Einheit zusammengefasst, der sogenannten BSS (Base Station Subsystem). Mehrere dieser BSS ergeben wiederum eine Local Area, kurz LA genannt.

Was wie technisch uninteressantes Kauderwelsch klingt, hat praktische Folgen. Denn die Mobilfunkfirmen wissen nicht automatisch, wo du dich befindest. Angemeldet bist du erst einmal nur in einer Local Area, die je nach Netzabdeckung ganz schön groß sein kann - bis zu einigen Hundert Quadratkilometern. Auf diese Weise reduzieren die Mobilfunkfirmen die Datenmengen. Es ist ja schließlich nicht entscheidend, mehr über dich zu wissen, als dass du dich in der oder dieser Region eingeloggt hast. Auch, wenn ein Mobiltelefon innerhalb einer Local Area den Ort wechselt, ohne dass das Telefon benutzt wird, findet ein Update in der Regel nicht statt. Erst, wenn du dein Mobiltelefon aktiv benutzt, wird präzise der genaue Standort gespeichert (also von welcher Antenne aus welcher BSS, dein Signal kommt). Das Gleiche geschieht nach einer längeren Phase der Inaktivität (zwischen einer halben Stunde und mehreren Stunden).

Die Ortung von Mobiltelefonen schwankt also zwischen vielen Quadratkilometern, wenn du inaktiv in einer LA registriert bist, und einmal einem bis unter 50 Meter genauem Ort, wenn du telefonierst. Die genauen Entfernungen hängen von der Dichte der Antennen ab. Logischerweise ist das in einer Großstadt präziser als auf dem Land.