Sicherheitsrisiko für Mobiltelefone: Öffentliche Ladestationen

Smartphones sind unsere täglichen kleinen Begleiter. Mit ihnen lassen sich Gespräche führen, wichtige eBriefe lesen und senden und im Weltnetz recherchieren.

Doch eine Schwäche haben die kleinen Alleskönner: Sie verbrauchen viel Energie und die Akkulaufzeit ist stark begrenzt. Natürlich macht der Akku gerade dann schlapp, wenn man unterwegs ist und das Ladekabel vergessen hat.

Rettung naht in solchen Fällen in Form von öffentliche Ladestationen. Diese lassen sich oft an Flughäfen finden. Sie halten Ladekabel für alle gängigen Mobiltelefone bereit. So kann man die lästige Wartezeit am Gate sinnvoll nutzen, um seinen treuen Begleiter aufzuladen. Endlich mal eine sinnvolle Erfindung, werden viele gedacht haben. Aber die Tankstellen für das Mobiltelefon birgen ein Sicherheitsrisiko für Daten auf dem Smartphone in sich.

Schon mal eine solche Station genutzt? Irgendwelche Bedenken gehabt? Fast alle Smartphones lassen sich über USB-Kabel laden. Diese Kabel eignen sich nicht nur zur Stromversorgung, sondern auch zum Datentransfer. Wird das Smartphone über den USB-Port eines PC geladen, wird in den meisten Fällen automatisch der Inhalt des Mobiltelefons angezeigt. Es ist somit relativ einfach, beim Aufladen Daten unbemerkt vom Smartphone zu kopieren.

Forscher haben dies auf einer Messe für Hacker ausprobiert. In weniger als vier Stunden hatten sich 360 Personen an die manipulierten Ladestationen angestöpselt. Diese Methode des Hackens wird Juice Jacking genannt.

Wissenschaftler sind bereits noch einen Schritt weiter. Wird ein Mobiltelefon an die manipulierte Ladestation angeschlossen und während des Ladevorgangs genutzt, spielt sich innerhalb von 60 Sekunden unbemerkt Malware auf das Smartphone. Eine bereits installierte App wird dabei durch eine manipulierte ersetzt. Für den Nutzer ist dieser Vorgang nicht zu bemerken. Nach erfolgter Installation werden alle Daten, auch die neu hinzugefügten, unbemerkt durch das Smartphone weitergeleitet. Von eBriefen über SMS bis zu Telefonbucheinträgen, nichts bleibt geheim.

Die Gefahr ist nicht ersichtlich, da sie am anderen Ende des Kabels schlummert. Es ist nicht erkennbar, ob die Anschlüsse manipuliert worden sind. Aus diesem Grund hilft auch das eigene Ladekabel nicht, wenn es an einen unbekannten USB-Port angeschlossen wird.

Vor dem nächsten Aufladen solltest du daher genau abwägen, ob du nicht ein paar Stunden auf die Erreichbarkeit verzichten kannst und dadurch aber deine Daten schützt. Ist man unterwegs auf eine Lademöglichkeit angewiesen, sollte man immer sein eigenes Ladegerät nutzen. Dies aber möglichst nicht an fremde USB-Anschlüsse schließen, sondern direkt an eine Steckdose.

Zusätzliche Sicherheit erhält man durch den Einsatz von sogenannten Charge Only Kabeln, die einen Datentransfer nicht unterstützen. Eine weitere Alternative ist ein Zusatzakku.