Das Ende der Anonymität im Weltnetz?

Die Kombination von IP-Adresse und Speicherung von Bestands- und Verbindungsdaten ist - zumindest für den Erhalt von Anonymität und Privatsphäre im Weltnetz - verhängnisvoll. Dein Diensteanbieter speichert deinen Namen und deine Adresse, er zeichnet auf, wann und wie du ins Weltnetz gehst, samt deiner jeweiligen individuellen IP-Adresse. Gleichzeitig teilst du beim Surfen der "anderen Seite" ständig mit, welche IP-Adresse du hast, und kannst so relativ genau lokalisiert werden. Und auch diese Daten werden gespeichert - wobei du keinen Einfluss darauf hast, wie sie letztlich genutzt werden.

Wir haben gesehen, dass du im Weltnetz verschiedene Spuren hinterlässt. Diese können nun zusammengeführt werden und so zu deiner Identifizierung verwendet werden. Diese Zusammenführung ist auf verschiedene Weise möglich:

  • Ermittlungsbehörden: Die Kombination von IP-Adresse und Verbindungsdaten ist für eine gewisse Zeit bei deinem Diensteanbieter gespeichert. In dieser Zeit können Ermittlungsbehörden die Daten abfragen und damit überprüfen, ob du womöglich eine Straftat im Weltnetz begangen hast. Die Vorratsdatenspeicherung läuft seit Januar 2009 in Deutschland. Damit werden die Verbindungsdaten sechs Monate lang gespeichert.

  • Private Dritte: Private Dritte, zum Beispiel auch Unternehmen aus der Film- und Musikindustrie, können über einen Umweg an Daten kommen, um dich zu identifizieren. Sie müssen einfach nur Strafanzeige bei einer Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt erstatten. Wenn die Fahnder dann ermitteln und beim Provider deine Identität ermitteln, müssen die Unternehmen nur noch über ihren Anwalt um Akteneinsicht bitten - schon sind deine höchstpersönlichen Daten und deine Identität bekannt.

  • Musik Film und Softwareindustrie: Im Rahmen der EU-Gesetzgebung hat die deutsche Bundesregierung auch einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Providern eingeführt. Das betrifft vor allem das Tauschen illegal kopierter Musik, Software und Filme im Weltnetz (Filesharing). In diesem Fall können Firmen zur Durchsetzung von Schadensersatzforderungen einfach bei den Internetprovidern die Verkehrsdaten von Verdächtigen abfragen - ohne Umweg über die Staatsanwaltschaft. Damit bist du also auch von privaten Dritten relativ einfach identifizierbar.

IP-Adresse und Identität im Weltnetz verschleiern

Auf den nächsten Seiten zeigen wir dir, wie du deine verräterische IP-Adresse so verschleiern kannst, so dass anonymes Surfen zumindest bedingt möglich wird: