Gummischrot

Gummischrot ist eine weitere Waffe, die bei Demonstrationen und ähnlichem zum Einsatz kommt. Auch diese Waffe wird als harmlos eingestuft. Doch auch Gummischrot hat schon seine Todesopfer gefordert. Immer wieder kommt es zu schmerzhaften und nicht selten folgenschweren Verletzungen. Es ist keine Seltenheit, dass ein Mensch ein Auge verliert. (Jeder 1000. Schuss ging ins Auge.) Und wenn das Auge einmal zerstört ist, dann ist es unwiederbringlich weg!


Gummischrot besteht aus 6-kantigen, 10-18g schweren Gummigeschossen (etwa 2.7 x 1.8cm), die in Paketen zu 35 Stück mit dem Tränengaswerfer verschossen werden. Wenn das Paket das Gewehr verlässt, zerspringt die Pakethaut und die Gummigeschosse fliegen in mehr oder minder starker Streuung ins Ziel. Der offizielle Mindestabstand beträgt 20m, die Reichweite 50m, Ausschussgeschwindigkeit 180m/s (bei 10g Geschossen).

Tritt ein Gummigeschoss auf den Körper, so ist entscheidend, aus welcher Entfernung der Abschuss erfolgte und wie stark dämpfend die Kleidung wirkt.

Aus geringer Entfernung werden Plastikeimer, dicker Stoff, aber auch Sperrholz durchschlagen, Finger und Nasenbeine gebrochen, Zähne ausgeschlagen. Auch Blutergüsse und Rissquetschwunden können die Folge sein.

Querschläger (am Boden abprallende Geschosse) können ebenfalls schwere Schäden anrichten. Zu Rissquetschwunden kommt es dann, wenn relativ dicht unter der Haut Knochen liegen und das darüber liegende Gewebe durch die Wucht des Geschosses zerquetscht wird und platzt.

Ungeschützte Augen werden auch auf Distanzen von weit über 20m geschädigt. Die Energie, Form und Größe eines Gummigeschosses reicht aus, um Zerreißungen (Rupturen) auszulösen, was zu einem Verlust der Sehkraft, evtl. auch des Auges führen kann. Vielfach kommt es zu Prellungen des Augapfels, wobei mit Spätfolgen gerechnet werden muss.

Bei Augenverletzungen benötigst du also immer ärztliche Hilfe. Sollten bei Kopftreffern Schwindelgefühl, Sehstörungen, starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen auftreten, musst du dich ebenfalls sofort in kundige Hände begeben