Wie sieht es eigentlich rechtlich aus?

Grundsätzlich verstößt jedes "Outing"-Flugblatt o.ä. gegen das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen. Selbst wenn man eine relative oder absolute Person der Zeitgeschichte wäre (was die meisten Aktivisten nicht sind), ist diese Art und Weise der steckbriefartigen Veröffentlichung nicht zulässig. Man sollte also auf jeden Fall Strafanzeige erstatten und darauf hinweisen, daß es sich um eine politisch motivierte Straftat handelt, die eine Gefahr für Leben, Gesundheit und persönliche Freiheit bedeuten kann. Nach Möglichkeit sollte auch ein Anwalt eingeschaltet werden, der bei den Ermittlungsbehörden Druck macht. Hat man das Gefühl, daß Behörden schlampig oder gar nicht richtig ermitteln, sind Anzeigen wegen Untätigkeit angebracht.

Sollte es bereits zu Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen gekommen sein, müssen natürlich auch deshalb Strafanzeigen gestellt werden. Denkt daran: Alle Anzeigen sowie ggf. Ermittlungsunterlagen oder Gerichtsakten sind später beste Belege, um eine Auskunftssperre beim Einwohnermeldeamt zu erwirken. Am besten, ihr dokumentiert alles im Zusammenhang mit dem "Outing" erst mal ganz akribisch. Euer Anwalt kann dann später immer noch prüfen, was sich daraus machen läßt.