Die Taktik, Kameraden gegeneinander auszuspielen

Fall nicht darauf rein, wenn man dich zusammen mit anderen Gefangenen oder sogar mit Kameraden transportiert, warten lässt oder gemeinsam vernehmen will. Das ist nur ein weiterer Versuch, Aussagen von dir zu bekommen, auf die die Gegenseite schon lange wartet. In dieser Situation gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Du kennst den anderen (natürlich nicht richtig, sondern einigermaßen gut). Dann vermeide jede Geste des Wiedererkennens. Oft ist bereits so etwas Gegenstand von Ermittlungen. Fallt euch nicht um den Hals. Fragt nicht nach dem Tun der letzten Zeit. Sprecht nicht von früher. Sprecht auch nicht, wenn ihr alleine seid über Dinge, die die Polizeibeamten mithören könnten. Wenn er Durchblick hat, begreift er es. Wenn nicht, ist es um so gefährlicher.

  2. Auch hier gilt es, dass es besser ist, jemanden vor den Kopf zu stoßen und es später mal zu erklären, als sich und andere um seine Rechte und in Gefahr zu bringen.

  3. Du kennst den Anderen nicht. Dann sprich nicht über dich, sondern nur über ihn. Gib keine Kommentare. Sprich über das Wetter, den Knast, Essen und Sport. Auf keinen Fall über deinen Fall. Vermeide auch hier Imponiergehabe. Hab den Mut, für ein Würstchen gehalten zu werden. Wenn du wieder draußen bist, werden sie wissen, dass du keines warst. Denk daran, dass sie auch Pannen spielen können. Es ist durchaus möglich, dass sie dich "versehentlich" mit jemanden zusammentun, von dem sie dich vorher streng isoliert haben. Deine Freude musst du dann zügeln. Verhalte dich so, dass sie aus deinem Verhalten keinerlei Informationen ziehen können. Was für Begegnungen mit Personen gilt, trifft auch auf Orte oder Sachen zu. Nicht selten wird ein Betroffener an Orte gefahren, von denen angenommen wird, dass er sie kennt. Die Polizeibeamten wollen an der Reaktion prüfen, ob sie mit bestimmten Vermutungen auf dem richtigen Weg sind. Richte dein Verhalten danach ein. Werde nicht plötzlich in einer bekannten Gegend munter und recke den Hals, wenn du vorher geschlafen hast. Gib keine Hinweise auf Ort - oder Wegkenntnisse.
Wenn man dir Sachen, wie Waffen, Kleidung, Schlüssel, Autos oder sonst etwas zeigt, zeige für nichts davon Interesse. Nimm auch nichts davon in die Hand. Man kann aus der Art, wie jemand etwas anfasst, sehr gut sehen, ob er gewohnt ist, damit umzugehen