Verhaltenskarten für den Ernstfall: Was du bei Polizei, Durchsuchung und Co. wissen solltest

Hinweise · · 3 Min. Lesezeit · Arbeitskreis Sicherheit

Inhalt (6 Abschnitte)
  1. Sechs Situationen, sechs Karten
  2. Die drei wichtigsten Sätze
  3. Aufbau der Karten
  4. Zum Ausdrucken und Mitnehmen
  5. Wichtig: Keine Rechtsberatung
  6. Probier es aus

Niemand rechnet damit, dass es klingelt und plötzlich Polizisten vor der Tür stehen. Oder dass man auf dem Heimweg angehalten wird und Fragen beantworten soll, auf die man nicht vorbereitet ist. In solchen Momenten sind wir aufgeregt, und dann sagt man leicht Dinge, die man später bereut. Genau dafür haben wir die Verhaltenskarten für den Ernstfall entwickelt: kurze, übersichtliche Karten, die dir sagen, was gilt, was du sagen kannst und was du besser lässt.

Sechs Situationen, sechs Karten

Aktuell decken die Karten die Lagen ab, in denen die meisten Menschen unsicher sind:

  • Polizeikontrolle und Identitätsfeststellung: Du musst deine Personalien angeben und auf Verlangen den Ausweis zeigen. Fragen wie „Wohin? Woher? Was machst du hier?“ musst du nicht beantworten.
  • Hausdurchsuchung: Grundsätzlich braucht es einen richterlichen Beschluss. Lass ihn dir zeigen und bitte um eine Kopie.
  • Vorladung: Entscheidend ist, wer dich lädt und in welcher Rolle. Bei der Polizei musst du weder erscheinen noch etwas sagen, bei Staatsanwaltschaft und Gericht sieht das anders aus.
  • Festnahme und Gewahrsam: Du musst unverzüglich belehrt werden und darfst eine Verteidigung kontaktieren.
  • Demonstration und Versammlung: Hier geht es um Anmeldung, Auflagen, Auflösung und darum, was du vorher einpacken solltest.
  • Ansprache durch den Verfassungsschutz: Er hat keine polizeilichen Befugnisse. Du musst kein Gespräch führen und kannst es jederzeit beenden.

Die drei wichtigsten Sätze

Wenn du dir von der ganzen Seite nur etwas merkst, dann diese drei Sätze:

  1. „Ich mache keine Angaben zur Sache.“
  2. „Ich möchte mit einem Anwalt sprechen.“
  3. „Ich widerspreche dieser Maßnahme, leiste aber keinen Widerstand.“

Der dritte Satz ist uns besonders wichtig. Du darfst einer Maßnahme widersprechen, auch wenn du sie für rechtswidrig hältst. Körperlicher Widerstand oder Weglaufen bringt dir aber fast immer nur zusätzlichen Ärger. Ob eine Maßnahme rechtmäßig war, lässt sich später in Ruhe prüfen, am besten mit anwaltlicher Hilfe.

Aufbau der Karten

Jede Karte folgt demselben Schema, damit du dich auch unter Stress schnell zurechtfindest:

  • Das gilt: Deine wichtigsten Rechte in dieser Situation.
  • Das kannst du sagen: Fertige Sätze zum Übernehmen.
  • Das lässt du besser: Typische Fehler, etwa „kurz alles erklären“ zu wollen oder etwas Ungelesenes zu unterschreiben.
  • Danach: Schreib so schnell wie möglich ein Gedächtnisprotokoll mit Ort, Uhrzeit, Beteiligten, Ablauf und Zeugen. Hol dir im Zweifel anwaltlichen Rat.

Am Ende jeder Karte stehen die einschlägigen Rechtsgrundlagen, zum Beispiel Paragrafen der Strafprozessordnung oder die Polizeigesetze der Länder. So kannst du alles nachlesen oder an eine Beratungsstelle weitergeben.

Zum Ausdrucken und Mitnehmen

Die Karten sind so gestaltet, dass sie auf eine DIN-A4-Seite passen. Du kannst eine einzelne Karte oder alle auf einmal drucken oder als PDF speichern. Das passiert komplett in deinem Browser, es werden dabei keine Daten an uns übertragen. Die Karten sind übersichtlich eingeklappt und öffnen sich per Klick. Drucken und das Quiz „Mythos oder Fakt?“ findest du bei jeder Karte immer sichtbar.

Wichtig: Keine Rechtsberatung

So hilfreich kompakte Karten sind, sie ersetzen keine individuelle Beratung. Die Rechtslage kann sich ändern und von Bundesland zu Bundesland abweichen, vor allem bei Polizeigesetzen und Versammlungsrecht. Wenn du konkret betroffen bist, wende dich an einen Anwalt oder eine Beratungsstelle. Und falls dir ein Fehler auffällt: Schreib uns über das Kontaktformular, wir korrigieren ihn.

Probier es aus

Schau dir die Karten in Ruhe an, bevor du sie brauchst. Wer die Sätze schon einmal gelesen hat, hat im Ernstfall einen echten Vorsprung. Teile die Seite mit Freunden, Kollegen und deiner Gruppe, denn Wissen wirkt am besten, wenn es alle haben.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall hilft ein Anwalt oder eine Beratungsstelle.

Kommentare (1)

  1. Anonym

    Sehr gut. Danke

    Antworten

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