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Von Unsicherheit zu Sicherheit

In der Welt der digitalen Kommunikation hat sich die Art und Weise, wie Menschen miteinander interagieren, im Laufe der Jahre erheblich verändert. Insbesondere die Echtzeitkommunikation am Computer hat eine bemerkenswerte Evolution durchlaufen, die von den frühen unsicheren Messengern bis hin zu den heutigen sicheren Alternativen reicht.

In den 1990er Jahren begann die Ära der Echtzeitkommunikation mit Programmen wie ICQ (kurz für “I seek you”). ICQ ermöglichte es Benutzern, sofortige Nachrichten an andere Benutzer zu senden, und war ein Vorreiter in diesem Bereich. Allerdings waren Sicherheitsbedenken ein häufiges Problem, da Nachrichten oft unverschlüsselt übertragen wurden und die Privatsphäre der Benutzer gefährdet war.

Ein weiterer beliebter Messenger dieser Zeit war Skype, der 2003 eingeführt wurde und VoIP (Voice over Internet Protocol) anbot, was es Benutzern ermöglichte, nicht nur Nachrichten auszutauschen, sondern auch Sprachanrufe zu tätigen. Obwohl Skype zu seiner Zeit sehr beliebt war, war es auch anfällig für Sicherheitslücken und Datenschutzbedenken.

Mit der wachsenden Sensibilität für Datenschutz und Sicherheit begannen Benutzer nach Alternativen zu den unsicheren Messengern zu suchen. Einer dieser Alternativen war der Jabber Messenger, der auf dem offenen XMPP-Protokoll basierte. Programme wie Pidgin ermöglichten es Benutzern, verschiedene Instant-Messaging-Netzwerke, einschließlich Jabber, zu nutzen und boten eine gewisse Flexibilität und Kontrolle über die Kommunikation.

Die Einführung von sicheren Messaging-Apps wie Signal und Threema markierte einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte der Echtzeitkommunikation am Computer. Signal, das 2014 veröffentlicht wurde, setzte neue Standards für Sicherheit und Datenschutz, indem es Ende-zu-Ende-Verschlüsselung standardmäßig implementierte und sich als Open-Source-Plattform positionierte. Threema, eingeführt im Jahr 2012, legte ebenfalls einen starken Fokus auf Sicherheit und bot eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sowie die Möglichkeit, den Messenger ohne die Angabe von persönlichen Informationen zu nutzen.

Diese sicheren Alternativen haben dazu beigetragen, das Bewusstsein der Benutzer für die Bedeutung von Datenschutz und Sicherheit in der digitalen Kommunikation zu schärfen. Sie bieten nicht nur eine verschlüsselte Plattform für den Austausch von Nachrichten, sondern setzen auch Standards für Transparenz und Datenschutz.

Die Geschichte der Echtzeitkommunikation am Computer ist eine Geschichte des Wandels und der Innovation. Von den unsicheren Anfängen bis hin zu den sicheren Alternativen von heute hat sich die Art und Weise, wie Menschen miteinander in Echtzeit kommunizieren, erheblich verbessert. Während neue Herausforderungen und Bedrohungen entstehen mögen, bleibt der Trend zur Sicherheit und Datenschutz bestehen, um die Privatsphäre der Benutzer zu schützen und eine vertrauenswürdige Kommunikationsplattform zu gewährleisten.

Sowohl Threema als auch Signal legen großen Wert auf Sicherheit und Datenschutz, aber sie haben unterschiedliche Ansätze und Merkmale. Hier ist ein Vergleich ihrer Sicherheitsmerkmale:

Threema:

  1. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Threema verwendet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Nachrichten, Anrufe, Gruppenchats und Dateien, die über die Plattform gesendet werden. Dadurch bleiben die Inhalte nur für Absender und Empfänger lesbar.
  2. Sichere Identität: Threema verwendet eine verifizierbare, kryptografisch starke Identität, um sicherzustellen, dass Nachrichten von den tatsächlichen Absendern stammen und nicht von Dritten manipuliert wurden.
  3. Datensparsamkeit: Threema sammelt minimale Benutzerdaten und verpflichtet sich zum Schutz der Privatsphäre seiner Benutzer. Die App erfordert keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zur Registrierung.
  4. Unabhängigkeit von Drittanbietern: Threema betreibt eigene Server und ist nicht auf Drittanbieter wie Google oder Amazon angewiesen, was potenzielle Sicherheitsrisiken reduzieren kann.

Signal:

  1. Open Source: Signal ist Open Source, was bedeutet, dass seine Quellcodes öffentlich einsehbar sind und von der Community überprüft werden können. Dies trägt zur Transparenz und Vertrauenswürdigkeit bei.
  2. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Signal verwendet ebenfalls eine starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichten, Anrufe und andere Inhalte, die über die Plattform übertragen werden.
  3. Minimalismus: Signal konzentriert sich auf ein minimalistisches Design und minimiert die Metadaten, die während der Kommunikation gesammelt werden, um die Privatsphäre der Benutzer zu schützen.
  4. Verifizierte Identitäten: Signal ermöglicht es Benutzern, die Identität ihrer Kontakte zu verifizieren, um sicherzustellen, dass Nachrichten von den erwarteten Absendern stammen.

Insgesamt sind beide Plattformen sehr sicher und bieten starke Verschlüsselungstechnologien sowie Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre der Benutzer. Die Wahl zwischen ihnen könnte von anderen Faktoren wie Benutzerfreundlichkeit, Funktionen und der Präferenz deines sozialen Netzwerks abhängen.

2 Kommentare

  • Die Qualität von Kommentaren a la “X finde ich besser als Y” läßt sich steigern, wenn man das einfache Volk nicht erst fragen läßt “Warum?”, sondern gleich einen Einstiegspunkt für die Selbstbeantwortung beifügt.
    Konkretes Beispiel zum Thema und Motivation für autodidaktische Mündigkeit:

    Ein Vortrag über das Protokoll, von 2017, allgemeinverständlich, mit Blick auf die Zukunft und Bedeutung:
    // media . ccc . de/v/AHNRHG#t=80

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