Verfassungsschutz - Anquatschversuche

Letzte Aktualisierung am 24.06.2017

Während der Staatschutz in der Regel darauf aus ist, konkrete Informationen über Zusammensetzung und Aktionen unserer Zusammenhänge zu kriegen, um aus ihnen Konstrukte bilden zu können, die sie gegen uns verwenden wollen, verfolgt der Verfassungsschutz vornehmlich das Ziel, einen detaillierten Gesamtüberblick über den Widerstand zu bekommen. Er soll durch seine Analysen und Prognosen dazu beitragen, die geeignetsten Mittel des Repressionsapparates zur Sicherung seiner Herrschaft herauszufinden. Auf der Grundlage der Erkenntnisse des VS entscheiden die Strategen der "inneren Sicherheit", wie versucht werden soll den Widerstand zu brechen.

Der Verfassungsschutz ist dabei ständig bemüht, unsere politische Arbeit zu bewerten und vorauszusehen, inwieweit sie die herrschende Ordnung gefährden könnte. Dafür erhält es der Verfassungsschutz für notwendig, alle möglichen Interna, Diskussionen und Funktionen von Leuten aufzuzeichnen und nachvollziehen zu können. Dabei gibt es einen regen Informationsaustausch zwischen Politbullen und VS und über das gesetzlich erlaubte hinaus auch eine informelle Koordination und enge Zusammenarbeit wenn es um ein gemeinsames Ziel geht, bspw. die Kriminalisierung eines bestimmten Zusammenhanges oder Projektes.

Der Verfassungsschutz bedient sich verschiedener Arbeitsweisen, beispielsweise dem Auswerten von öffentlich zugänglichen Quellen wie Netzseiten, Broschüren, Zeitschriften und Veranstaltungen, Informationsbeschaffung bei (dazu verpflichteten) staatlichen Institutionen wie Uni, Schule, Amt usw. aber auch Anfragen bei Arbeitgeber, Familie, Freunden und Bekannten, dem Einsatz von Spitzeln und den Anwerbeversuchen.

Der Verfassungsschutz versucht kontinuierlich Informanten durch das Anwerben von Leuten aus unseren Zusammenhängen zu gewinnen. Er sucht sich die Leute, der er ansprechen will, genau aus und bringt im Vorwege einiges über sie in Erfahrung. So kann er die Umstände und die Taktik des Anwerbeversuches genau auf die Person anpassen, Ort und Zeit bestimmen und den Verlauf vorausplanen. Der Überraschungseffekt im Moment der Kontaktaufnahme ist für dich um so größer. Meist wirst du in einer scheinbar x-beliebigen Situation auf der Straße angesprochen, aber auch Hausbesuche und seltener Telefonanrufe oder Briefe gehören zu ihrem Programm. Die Gesprächsstrategie ähnelt dabei der Verhörtaktik der Bullen.

Zum einen versuchen sie dich verschiedenartig unter Druck zu setzen. Sie nennen beispielsweise anstehende Verfahren, interne Erkenntnisse über dich und deine Umgebung oder andere Umstände, von denen sie meinen, dass sich dich erpressbar machen. Dabei können sie drohend, scheinbar bestechlich oder handgreiflich werden. Zum anderen sind sie darauf aus das Gespräch durch vermeintlich belanglose Themen und einfache, plumpe oder lächerliche Fragen aufrechtzuerhalten. Sie reden über Hobbys, Arbeit und Privates, vermeiden Reizwörter, benutzen Szenevokabular. Dabei versuchen sie immer wieder auf die für sie interessanten Bereiche zu lenken, stellen hier weniger Fragen, sondern treffen Feststellungen, wollen mit dir ein gegenseitiges "Zweckbündnis" eingehen und stellen andauernd rhetorische Fallen. Je länger dieses Gespräch dauert desto mehr Informationen kriegen sie aus dir heraus. Sie sind geschult und können aus eigentlich bedenkenslosen Äußerungen oder plötzlichen Schweigen, minimalen körperlichen Reaktionen, Mimik und Gestik bereits Erkenntnisse gewinnen, die sie auch verwerten können.

Deine Konsequenz sollte deshalb nur eine sein: Maul halten und den Kontakt sofort abbrechen. Es ist ein grundsätzlicher Fehler sich auf Gespräche mit dem Agenten einzulassen. Es wird kaum möglich sein, irgend etwas Interessantes aus diesen Leuten herauszubekommen und wenn, nur unter Preisgabe viel gewichtigerer Sachen für sie. Du solltest diese Anquatschversuche genauso bewerten wie Angriffe von Bullen und Justiz. Durch ihre Arbeit als Teil des Repressionsapparates beteiligen sie sich an der Kriminalisierung und Zerschlagung des Widerstandes. Zumal die Anquatschversuche aktiv dabei mitwirken sollen, Leute zu lähmen, einzuschüchtern und mit Repression zu bedrohen. Das einzig richtige Verhalten diesen geheimdienstlichen Tätigkeiten entgegenzutreten, ist die Öffentlichkeit zu suchen. Rede mit vertrauten Leuten darüber, fertige ein Gedächtnisprotokoll an und Informiere eine Gruppe zur Veröffentlichung.

Für Anwerbeversuche gilt:

  • Verweigere dich den Anquatschversuchen der Systemwächter. Sage deutlich, dass du zu keinem Gesprächen mit ihnen bereit bist. Es besteht überhaupt keine Pflicht mit Bullen oder Agenten zu sprechen. Es ist zum Schutz des Widerstandes und zur eigenen Sicherheit wichtig, dass solche Anquatschversuche bereits am Anfang konsequent abgeblockt werden

  • Fotografiere den Systemwächter mit der Kamera deines Mobiltelefons. Das sollte ihn abschrecken und die Bilder können andere schützen

  • Findet der Anquatschversuch in der Öffentlichkeit statt, schrei laut heraus, dass es sich um einen Agenten des Systems handelt. Laß die Menschen um dich herum wissen, dass die Überwachung und Unterdrückung unseres Volkes noch genau so real ist, wie vor dem Fall der Mauer

  • Informiere deine Freunde über den Anquatschversuch, fertige ein Gedankenprotokoll an und sende es zur Veröffentlichung an eine Netzseite in Deiner Region

  • Lade die Jingles der AG Anquatschversuche herunter. Versende sie an Freunde, brenne sie auf CDs oder spiele sie bei Feiern ab. Schütze dich und deine Kameraden gegen die Angriffe der Systemwächter.

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Weitere Informationen zum Thema Verfassungsschutz / Anquatschversuche findest du im SfN Infoblog:
www.blog.s-f-n.org/tag/anquatschversuch


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