Verhalten bei einem feindlichen Outing

Letzte Aktualisierung am 15.01.2014

Immer wieder sind nationale politische Aktivisten durch sog. "Outings" von Linksextremisten betroffen. Die Folgen können weitreichender sein, als es auf den ersten Blick scheint. Grund genug, sich damit zu befassen, ob und was sich im Vorherein bzw. Nachhinein dagegen tun läßt.

Feindliche "Outings" zielen immer darauf ab, den Betroffenen angreifbar zu machen. Natürlich wissen auch Linksextremisten, daß sie mit ihren Flugblättern und Schmierparolen nur selten die Nachbarschaft gegen uns aufbringen können. In der Regel passiert eher das Gegenteil: Viele Nachbarn solidarisieren sich mit Betroffenen und bringen zum Ausdruck, daß sie die Stasi- Methoden der linksextremen Hetzer verabscheuen. In nahezu allen uns bekannten Fällen der letzten Jahre kam es durchweg zu positiven Reaktionen. Das ist die gute Nachricht.

Es gibt aber auch eine schlechte: Das Ziel des feindlichen "Outings" ist sowieso ein ganz anderes. Es geht nämlich darum, den potentiellen Täterkreis unüberschaubar groß zu machen. Meist fängt es auf einschlägigen Feindseiten im Internet an, daß Name und Wohnanschrift sowie weitere persönliche Daten des Betroffenen verbreitet werden. Dann folgen Flugblätter und Schmierparolen im Wohnumfeld, ggf. auch beim Arbeitgeber oder beim Sportverein oder wo auch immer der Betroffene sich privat regelmäßig aufhält. Durch diese Vorgehensweise wird der Kreis derjenigen, die über die Aktivitäten des Geouteten informiert sind, immer größer. Das erschwert später ganz erheblich die Ermittlungen der Polizei, sobald es mit Anschlägen und gewaltsamen Überfällen los geht. Es läßt sich nicht mehr so einfach eingrenzen, aus welcher Ecke die Täter kommen könnten.

Wie diese feindlichen "Outings" ablaufen wurde schemenhaft durch die "FAZ" beschrieben:

... Noch in derselben Nacht wird die Nachricht ins Internet gestellt: "Florian W. geoutet", steht auf der Internetseite "Indymedia.org". Dort wird spekuliert, auf welchen Demonstrationen Florian W. sonst noch gesehen worden ist. Es werden weitere Bilder ins Netz gestellt; auch solche, von denen selbst der Einsteller nicht sicher ist, ob es sich überhaupt um Florian W. handelt. Am nächsten Morgen klingelt bei Florian W. das Telefon. Im Internet heißt es wenig später dazu, man habe soeben einen "Testanruf" gemacht - und herausgefunden, dass Florian W. noch bei seinen Eltern wohnt.

An die Telefonnummer ist der Anrufer über das Flugblatt gelangt. Denn sowohl die Festnetz- als auch Handynummer sind in dem Steckbrief veröffentlicht. Ebenso wie Geburtsdatum, ICQ-Nummer, SchülerVZ-Account und sein Name bei "Wer kennt wen". Es ist kurz nach zwei Uhr morgens in der Nacht zu Heiligabend, als Florian W. zu einer öffentlichen Person wird.

(Den ganzen Artikel kannst du in der Frankfurter Allgemeine Zeitung lesen.)




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