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Nutzt kein Tutanota

Wir haben vor zwei Monaten einen Gastbeitrag veröffentlicht den wir heute schon widerrufen müssen. Schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben wir dem Artikel einen Zusatz verpasst aber heute muss man einfach abraten den eBrief-Dienst Tutanota zu verwenden.

Jetzt gibt es ein Urteil des Amtsgerichts Itzehoe. Dieses besagt, dass der eBrief-Anbieter Tutanota Ermittlern künftig die Möglichkeit einräumen muss, nach Eingang der Gerichtsanordnung unverschlüsselt auf die eBriefe von Verdächtigen zuzugreifen. Anders als Posteo war das Hannover Unternehmen der erstmaligen Aufforderung im Oktober 2018 nicht nachgekommen.

Die Geschäftsführung des eBrief-Providers aus Hannover gab bekannt, man werde sich gegen diese Anordnung nicht weiter juristisch zur Wehr setzen.

Tutanota muss jetzt um weitere Bußgelder zu vermeiden, eine Art behördliche Backdoor einrichten, damit nach Eingang des gerichtlichen Schreibens die Polizei sofort Zugriff auf die eBriefe der Verdächtigen erhalten kann.

Damit können wir nur raten diesen eBrief-Provider zu meiden und sich einen neuen zu suchen. Wir raten die eBrief-Dienste von Offshore-Firmen oder russische eBrief-Provider zu nutzen. Wo keine EU-Gesetzgebung greift, kann man auch keinen Betreiber gerichtlich zur Preisgabe von Kunden-Daten zwingen.

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4 Kommentare

  • Das Tutanota früher oder später einknicken wird, war zu befürchten.
    Bei der Empfehlung auf russische Anbieter auszuweichen kann ich nur teilweise raten.
    Ich selbst hatte diverse russische und indische E-Post Anbieter ausprobiert. Es mag zwar zutreffend sein, dass keine Möglichkeiten für deutsche Behörden geschaffen sind jedoch nehmen viele der Anbieter den Datenschutz auch nicht so genau. Sei es, dass die eigene Mail Adresse für den Versand von Spam und Malware verwendet wird oder der Verkauf von Email-Adressen aus dem Adressbuch.
    Als vertrauenswürdige Alternative aus dem Ausland empfehle ich unseen aus Island (unseen.is). Dieser Anbieter bietet viele Möglichkeiten die auch für den normalen User einfach umzusetzen sind.
    Ist aber nur meine persönliche Meinung; denn im Weltnetz gilt der alte Spruch “Eins ist sicher, nichts ist sicher“

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  • Egal welchen Anbieter man für ePost nutzt, man sollte immer selbst alles mit PGP verschlüsseln und den Dienst nur per POP3 nutzen und keine eMails auf dem Server speichern lassen (kein IMAP).
    Wenn man dann noch zusätzlich nur per VPN Server auf sein ePostfach zugreift, dann haben die Schnüffler weder verwertbare IP Adresse noch sonstige Daten die sie auswerten können.
    Das Problem dieser Szene: 90% der Leute sind stinkfaul sich um Sicherheit zu bemühen und haben weiterhin die WhatsApp Wanze auf ihrem Handy und nehmen das Handy zu jeder Aktion mit, so dass man wunderbar Bewegungsprofile erstellen kann.
    So wichtig diese Seite auch ist, die wenigsten Leute unserer Bewegung halten sich an diese wichtigen Sicherheitsregeln.

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