Dateien löschen - Sind sie wirklich weg?

Letzte Aktualisierung am 28.11.2014

Dateien löschen ist schwieriger, als man glaubt. Denn wer Dateien auf der Festplatte nur in den Papierkorb schiebt oder durch einfaches Löschen entfernen will, wiegt sich in trügerischer Sicherheit. Scheinbar "gelöschte" Dateien werden bei Windows-Systemen nämlich nicht wirklich entfernt. Wir verraten, wie du deine Dateien wirklich sicher löschen kannst.

Papierkorb heißt nicht gleich gelöscht

Stelle dir die Festplatte deines Computers vor wie ein Buch mit vielen Kapiteln und einem Inhaltsverzeichnis am Anfang. Wenn du nun Dateien in den Papierkorb schiebst oder einfach löschst, wird nur der Eintrag im Inhaltsverzeichnis gelöscht.
Sprich: Der Eintrag im Inhaltsverzeichnis ist durchgestrichen, doch das Kapitel ist weiter vorhanden. So lange nämlich, bis es von einem weiteren Kapitel (also Dateien) überschrieben wird.

Zurück in der Computer-Technik bedeutet das, dass Windows den Speicherplatz gelöschter Dateien einfach nur als freigegeben markiert. Das Betriebssystem wird also darüber informiert, dass auf diesem Platz wieder neue Dateien gespeichert werden können. Wirklich verschwunden sind die alten Dateien aber nicht.

Hinzu kommt dabei, dass moderne Systeme in der Regel gleich mehrere Protokolle von aktuellen Speichervorgängen anfertigen, um im Falle eines Stromausfalls oder Systemfehlers die Dateien möglichst schnell wieder herstellen zu können. In der Praxis bedeutet auch das: Gelöscht ist nicht gleich gelöscht.

Gelöschte Dateien wiederherstellen

Spezielle Software und technische Verfahren machen es damit möglich, auch gelöschte Dateien der Festplatte wieder sichtbar zu machen. Experten können selbst die Inhalte einer formatierten oder defekten Festplatte rekonstruieren. Das ist gut, wenn man selbst auf diese wichtigen Dateien angewiesen ist, und sie somit noch retten kann. Die Kehrseite der Medaille ist sicherlich, dass sich so auch Unbefugte Zugriff auf sensible Inhalte (Korrespondenz, Bankverbindungen, Geschäftsbriefe o.ä.) verschaffen können.


Ein unrühmliches Beispiel dafür ist der Fall eines Websurfers, der bei einem Internetauktionshaus gebrauchte, aber vermeintlich gelöschte Festplatten ersteigerte. Es gelang ihm, die Dateien wiederherzustellen. Wie sich herausstellte, kam der Ersteigerer so in den Besitz höchst sensibler Polizeidateien - die Ermittler hatten schlichtweg auf die einfache Löschung ihrer Festplatten vertraut.

Und das ist kein Einzelfall. Software, um gelöschte Dateien wieder herzustellen, gibt es im Weltnetz sogar kostenlos. Damit ist es praktisch für Jedermann möglich, an Dateien zu kommen, die er eigentlich nicht zu Gesicht bekommen sollte.




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