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Wenn die Polizei anruft: Vorsicht vor gefälschten Nummern

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Bildschirmfoto Telefon
Vor einigen Tagen bekam ich einen Anruf, der mich zunächst stutzig machte – und im Nachhinein ziemlich erschreckte. Auf meinem Handy erschien „Polizei Berlin“. Nicht irgendeine beliebige Nummer, sondern eine Telefonnummer, die tatsächlich zu einer Polizeidienststelle in Charlottenburg gehört.

Der Mann am anderen Ende erzählte, am Flughafen sei eine Person festgenommen worden. Deshalb müsse man nun mit mir sprechen. Die Geschichte kam mir sofort bekannt vor: Schon einige Wochen zuvor hatte ich einen ganz ähnlichen Anruf erhalten. Damals sollte angeblich die Polizei Frankfurt dran sein, und auch da ging es um eine Festnahme am Flughafen. Der vermeintliche Frankfurter Polizist rief allerdings von einer Handynummer aus an.

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Google Maps – Polizei Berlin
Diesmal war es anders. Die Nummer auf dem Display passte tatsächlich zur Berliner Polizei. Ich habe sie während des Gesprächs sogar nachgeschlagen – und genau das machte die Situation so überzeugend. Als ich den Anrufer darauf ansprach, dass zuvor schon einmal die „Polizei Frankfurt“ mit einer ähnlichen Geschichte angerufen hatte, war das Gespräch schnell beendet. Er legte einfach auf. 😂

Dass eine angezeigte Telefonnummer gefälscht werden kann, war mir natürlich bekannt. Dieses Vorgehen nennt sich Caller-ID-Spoofing: Betrüger können dafür sorgen, dass auf dem Display eine andere Nummer erscheint als die, von der der Anruf tatsächlich kommt. Trotzdem ist es etwas völlig anderes, davon nur zu wissen, als selbst einen solchen Anruf zu bekommen – und dabei die Nummer einer echten Polizeidienststelle angezeigt zu sehen.

Wir beschäftigen uns hier regelmäßig mit Betrugsmaschen, Phishing und Social Engineering. Man hört, liest und spricht viel darüber und entwickelt mit der Zeit ein gewisses Gespür dafür, wenn etwas nicht stimmt. Ich würde mich deshalb durchaus als sensibilisiert bezeichnen. Trotzdem musste ich bei diesem Anruf erst einmal genau hinhören und die Situation einordnen.

Und genau das macht die Sache so perfide: Wenn auf dem Display der Name der Polizei steht und eine schnelle Suche bestätigt, dass die Nummer tatsächlich zu einer Polizeidienststelle gehört, wirkt der Anruf auf den ersten Blick glaubwürdig. Wer sich bisher kaum mit solchen Betrugsversuchen beschäftigt hat, könnte sich dadurch leicht verunsichern lassen.

Besonders bei Geschichten über Festnahmen, Ermittlungen oder angebliche Gefahren geraten Menschen schnell unter Druck. Betrüger nutzen genau das aus: Sie wollen, dass man ihnen glaubt, verunsichert ist und nicht in Ruhe nachdenkt. Ältere Menschen oder Personen, die mit solchen Maschen bisher wenig Berührung hatten, können davon besonders betroffen sein.


Deshalb teile ich meine Erfahrung: Verlasst euch nicht darauf, dass eine angezeigte Telefonnummer echt ist. Auch eine Nummer, die bei einer Suche tatsächlich zur Polizei oder zu einer anderen offiziellen Stelle gehört, kann gefälscht angezeigt werden.

Wenn euch ein Anruf verdächtig vorkommt, beendet das Gespräch. Sucht die offizielle Telefonnummer der betreffenden Stelle selbst heraus und ruft dort eigenständig an. Gebt am Telefon keine vertraulichen Informationen weiter und lasst euch nicht zu schnellen Entscheidungen drängen …

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