Media Markt und Saturn bieten Kryptowährungen ab sofort auch im stationären Handel an. Möglich wird das durch eine Kooperation mit dem Anbieter Cryptonow. In den Filialen können Kunden neben Smartphones, Computern und Haushaltsgeräten nun auch Bitcoin über Gutscheinkarten kaufen. Die Karten werden technisch über den Payment- und Gutscheinanbieter Epay integriert und wie ein klassischer Geschenkgutschein an der Kasse verwendet. So entsteht eine vergleichsweise anonyme Möglichkeit, Bitcoin zu verschenken oder als Unterstützung weiterzugeben, indem man die Kartennummer und den privaten Schlüssel weitergibt.
Der Ablauf ist dabei wie folgt: Zunächst nehmen Kunden eine Cryptonow-Gutscheinkarte aus dem Regal und laden sie an der Kasse mit einem Betrag auf (z. B. 50 Euro). Beim Scannen an der Kasse wird die Karte aktiviert und mit dem jeweiligen Wert versehen. Anschließend wird das Guthaben online Cryptonow zugeordnet, indem die Kartennummer auf der Netzseite eingeben werden muss. Dort wird ein KYC-Prozess durchgeführt. Während die Karte selbst anonym im Laden erworben werden kann, sind die am Ende erhaltenen Bitcoin daher nicht vollständig KYC-frei. Nach Abschluss des Vorgangs wird das Guthaben automatisch zum aktuellen Wechselkurs in Bitcoin umgetauscht.
Wichtig für die Einordnung: Die Bitcoin liegen natürlich nicht auf der Plastikkarte, sondern auf der Blockchain. Die Gutscheinkarte dient als eine Art Zugang zu den Coins. Auf der Karte gibt es eine öffentliche Adresse; unter einem Rubbelfeld ist zudem ein privater Schlüssel vermerkt. Nur wer diesen Schlüssel besitzt, kann über die Bitcoin verfügen. Geht die Karte verloren, ist der Zugriff auf das Guthaben deshalb ebenfalls weg, ohne dass ein Kundenservice den Schlüssel wiederherstellen könnte. Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, das Rubbelfeld erst dann freizulegen, wenn der Schlüssel tatsächlich benötigt wird, um das Risiko unbemerkten Ausspähens zu reduzieren.
Der zusätzliche Komfort geht jedoch mit Kosten einher: Laut Erfahrungsberichten entspricht der Gegenwert häufig nicht dem vollen Betrag, der für die Karte gezahlt wird. Neben einer Aktivierungsgebühr für Händler und Logistik fällt beim späteren Umtausch eine Wechselgebühr von rund 5 bis 8 Prozent an; außerdem werde dabei offenbar ein ungünstigerer Wechselkurs genutzt. Nach Abzug aller Kosten einschließlich Blockchain-Netzwerkgebühr kämen Bitcoin demnach oft nur auf etwa 41 bis 44 Euro, was einem sofortigen Wertverlust von ungefähr 12 bis 18 Prozent entspricht. Als Geschenk kann das Modell daher zwar geeignet sein, für einen regelmäßigen Vermögensaufbau sind die Gebühren aber ein Nachteil.
Für die rechtliche Einordnung wird außerdem angeführt, dass Cryptonow im Rahmen der EU-MiCA-Verordnung eine Zulassung als regulierter Krypto-Dienstleister erhalten hat. Dem Bericht zufolge erteilt die österreichische Finanzmarktaufsicht die Lizenz.

“Dort wird ein KYC-Prozess durchgeführt.” – Das ist der wichtigste Satz des ganzen Artikels.
Ich habe diese Geschenkkarten auch bei Edeka gesehen und beim Lesen des Kleingedruckten auf der Rückseite mich gleich bestätigt gefühlt: Wenn der Anbieter von der EU “geduldet” wird (MiCA-Lizenz) und dementsprechend öffentlich im Supermarkt auf den Grund der BRD seine Finanzdienstleistung anbieten kann, dann bedeutet das zwangsläufig, dass er ihnen in die Karten spielt.
Dadurch wird das Ganze genauso sinnlos wie einige Anbieter, welche Prepaid-MasterCard auf gleiche Weise vor Ort verkaufen, welche trotzdem mit Ausweis verifiziert werden müssen und dann noch unwettbewerbsfähige Gebühren verlangen.
Da könnte man gleich zentralisierte Kryptobörsen nutzen, bei denen man wenigstens für die Verarschung keine Gebühren zahlt.
Sie verbieten kein Krypto, sie lassen es aber nur zu, wenn es seine Funktion nicht erfüllt und sie dadurch nicht angegriffen werden.
Du hast mit dem, was du sagst, recht, aber der Text richtet sich an Personen, die noch keine Berührungspunkte mit Bitcoin haben, jedoch andere anonym mit Bitcoin unterstützen möchten. Für die Käufer der Karten besteht kein KYC-Prozess; betroffen ist nur die Person, die die Karte später einlöst.