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Trenne private und politische Social‑Media‑Accounts

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Im Rahmen unserer #Kurztipp‑Datenschutz‑Reihe auf Telegram wiesen wir im Jahr 2022 schon auf ein häufiges Problem hin. Politische Aktivisten nutzen leider zu oft ihren privaten Social‑Media‑Account für jegliche Kommunikation – privat, politisch, sexuell oder anderweitig. Das Problem weches uns schon im Jahr 2022 auffiel, fiel einem AfD-Politiker jetzt auf die Füße. Wir nennen im Artikel keine Namen und verlinken den Presseartikel auch nicht direkt; wer möchte, findet ihn eh nach kurzer Recherche.

Der Berufspolitiker benutzt für die Kandidatur zur Bürgermeisterwahl unter anderem das Netzportal X. Zeitgleich antwortete er dort bis mindestens 2025 weiblichen Sex‑Bots und „OnlyFans-Models“. Unter einem nur wenige Sekunden langen Videoclip mit dem Titel „Sex under shower!“ antwortete er mit einem schlichten „Jo“. Für eine Frau, die nackt mit gespreizten Beinen vor der Kamera posierte, fand er mehr Worte. So schrieb er unter ihrem Beitrag: „Am Samstag gehörst du mir“. Das alles wäre nicht so schlimm, wenn wir es herausgefunden hätten. Von uns wäre dazu auch kein Artikel gekommen, man kann halt nicht alle retten. Jedoch ist die Systempresse auf diesen Quatsch aufmerksam geworden, und kurz vor der Bürgermeisterwahl ist so etwas natürlich ein gefundenes Fressen, um den Kandidaten zu diskreditieren.

Dieser Text soll euch dabei unterstützen, euch vor Identitätsverknüpfung, Missbrauch und Einflussnahme durch automatisierte Bots oder Dritte zu schützen sowie eine klare Trennung zwischen privaten und politischen Aktivitäten zu gewährleisten.

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Bildschirmfoto – Telegramkanal 2022
Grundsätzlich gilt: private und politische Accounts sind strikt getrennt zu führen. Das bedeutet, für private Accounts ein Pseudonym verwenden und eine persönliche eBrief‑Adresse und gegebenenfalls eine private Telefonnummer zu verwenden, für politische Accounts hingegen eigene eBrief‑Adressen (geschäftlich oder speziell für die Politik) und nach Möglichkeit eine separate Telefonnummer.

Vermeide Verknüpfungen zwischen Profilen: verwende unterschiedliche Profilbilder (etwa neutrale oder frei verwendbare Bilder statt Familienfotos) und unterschiedliche Biografien, und achte darauf, keine Standort‑Metadaten in Profilfotos oder Beiträgen preiszugeben. Nutze für jedes Konto ein starkes, einzigartiges Passwort und speicher diese sicher in einem Passwortmanager und aktiviere die zwei­faktor­authentifizierung.

Trenne außerdem Arbeitsumgebungen auf Geräte‑ und Browserebene: benutze für private und politische Arbeit unterschiedliche Betriebssystem‑User oder Browserprofile, damit Cookies und eingeloggte Sessions nicht vermischt werden. Halte Geräte und Apps stets aktuell und aktiviere Betriebssystem‑ und Geräteverschlüsselung.

Kommunikativ sollten politische Inhalte ausschließlich über die dafür vorgesehenen Accounts veröffentlicht werden und es darf niemals Cross‑Posting mit dem privaten Profil betreiben werden. Wenn du Fotos oder Bilder veröffentlichst, sollten EXIF‑Daten immer entfernt werden und poste keine Bilder, die private Routinen, Adressen oder Zeitpläne verraten.

Auch beim Abonnieren bzw. Folgen von Personen empfiehlt es sich, politische Accounts klar von privaten Profilen zu trennen: politische Interessen sollten einem eigenen Account vorbehalten bleiben, damit Meinungsaustausch, Netzwerken und politische Präsenz nicht mit persönlichen Inhalten vermischt werden. Deshalb ist es sinnvoll, unterschiedlichen Personen nicht auf beiden Accounts zu folgen — so vermeidet man Überschneidungen und wahrt seine Privatsphäre.

Gerade weil große soziale Medienportale die Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung wieder aufheben möchten, gehören sensible Absprachen nicht in ungesicherte Direktnachrichten. Nutze für offizielle Kommunikation formale, verifizierte Kanäle. Das Öffnen von unbekannten Links oder Dateianhängen in Direktnachrichten kann – wie auch bei eBriefen – ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Nutze die Privatsphäre‑Einstellungen der Plattformen, um die Sichtbarkeit von Beiträgen, Freundeslisten und Kontaktinformationen einzuschränken und, sofern möglich, die Indexierung durch Suchmaschinen zu verhindern und vermeide Verknüpfungen zwischen Accounts wie zum Beispiel das automatische Koppeln von Facebook und Instagram.

Und zu guter Letzt, führe alle drei Monate eine Sicherheitsüberprüfung durch: prüfe Berechtigungen, verknüpfte Apps, Wiederherstellungsdaten und Sicherheitseinstellungen und aktualisiere die Zugriffsrechte.

Abschließend eine kurze Checkliste für den Alltag:


  • Benutze getrennte eBrief-Adressen und Telefonnummern
  • Aktiviere für alle Accounts eine 2FA
  • Verwende einen Passwortmanager
  • Trenne Browserprofile und Geräte
  • Entferne EXIF‑Daten
  • Prüfe Drittanbieterzugriffe
  • Kein Cross-Folgen / Abonnieren!
  • Kein Cross‑Posting!

Hast du noch weitere Ideen oder Hinweise, schreibe sie gerne in die Kommentare.

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Es liegt an dir selbst, was du für dich und deine Sicherheit übernimmst.